Hier ist es im Moment speziell morgens und abends immer sehr nebelig. So nebelig, dass oft sogar die Autobahn gesperrt wird um Unfaelle zu vermeiden.
Die Sichtweiten gehen dann wirklich auf 1 – 2 Meter zurueck.
Tagsueber kommt dann die Sonne mehr oder weniger raus und kaempft mehr oder weniger erfolgreich gegen den Nebel an.
Aber Wetter hin oder her, wir mussten mal wieder eine Alkoholbestellung in Islamabad abholen. Ihr erinnert Euch? Wir als nicht-muslimische Auslaender haben eine spezielle Lizenz („Blue book“) um Alkohol legal im Land zu erwerben. Doch dafuer muessen wir jedes Mal in ein spezielles Geschaeft nach Islamabad. Dieses Wochenende war es wieder soweit und nach Monaten ohne Bier gab es diesmal auch dieses wieder im Angebot.
Um nicht nur einfach nach Islamabad und zurueck zu fahren, hatten wir beschlossen doch mal wieder Murree (dem Gebirgsort) einen Besuch abzustatten. Samstag los, Montag zurueck. Soweit der Plan.
Zwei Kollegen (Faisal und Zaheer) wollten uns begleiten, mussten aber schon Sonntag zurueck, weil wir nicht alle gleichzeitig im Buero fehlen koennen.
Freitag kamen die beiden schon zu uns und haben im Gaestezimmer uebernachtet. Dann wollten wir Samstagmorgen so gegen 8 Uhr los. Natuerlich wurde es 9 Uhr bevor alle fertig waren, aber daran ist man ja mittlerweile gewoehnt und regt sich einfach nicht mehr auf. Ist auch besser fuer die Gesundheit.
Das Wetter sah ganz okay aus und wir machten uns auf den Weg zur Autobahn. Eine halbe Stunde spaeter dort angekommen stand dann fest, die Bahn ist gesperrt und wir muessen uns eine Ausweichroute einfallen lassen oder abwarten. Abwarten ist doof, also anderen Weg. Gott sei Dank war nur ein relativ kleines Stueck gesperrt und nach einer weiteren Stunde hatten wir dann die erste offene Autobahnauffahrt erreicht und konnten ohne Probleme unsere Reise in den Himalaya starten.
Dort angekommen hiess es erst einmal ein Hotel finden. Da es noch hell war, beschlossen wir nach Nathia Gali zu fahren. Ein Ort, der noch etwas weiter und hoeher im Himalaya liegt. Letztes Jahr um diese Zeit war dort alles voller Schnee, heute nur vereinzelte Flecken. Aber kalt war es trotzdem. Genialerweise hatte ich meinen Daunenschlafsack mitgenommen, der uns spaeter noch gute Dienste erweisen sollte.
Endlich war nach dem Abendessen in Nathia Gali (es gab Chicken roast, DRAUSSEN!!!) ein Hotel gefunden. Sehr schoene Zimmer, gutes Fruehstueck, warmes Wasser, sogar einen Generator fuer die Stromausfaelle gab es. Nur eins nicht: eine Heizung. Die bereitgestellten Heizstrahler konnten den Raum gar nicht waermen und bei jeder Stromabschaltung gingen sie eh aus. Hier kommt nun der Daunenschlafsack ins Spiel. Den haben wir naemlich zusaetzlich mit ins Bett genommen und konnten so einigermassen ueberleben. Die Kollegen im Nachbarzimmer haben es mit mehr Kleidung versucht (und auch ueberlebt).
Morgens nach einer heissen Dusche und dem bereits erwaehnten guten Fruestueck waren aber alle bester Laune und wir sind nach Ayubia (noch weiter in den Bergen, noch hoeher) aufgebrochen.
Dort gibt es einen Sessellift, der einen auf ca. 2.600 Meter Hoehe bringt. Leider immer noch kein Schnee.
Wir haben dann dort gegessen (Chicken roast, aber anders). Die Sonne schien und wir wollten eigentlich auf die Dachterasse. Doch man hat uns davon abgeraten, weil dort meistens die wild lebenden Affen kommen und das Essen klauen. Dann doch lieber Balkon auf erster Etage.
Am Nachmittag sind wir dann zurueck nach Islamabad gefahren.
Dort angekommen haben wir im Mariott Hotel eingecheckt. Das ist das Hotel, das aufgrund eines Bombenanschlags im September 2008 zu trauriger Beruehmtheit gelangte. Immer noch gibt es dort kaum auslaendische Gaeste, obwohl die Sicherheitsvorkehrungen auf einen sehr hohen Standard gebracht wurden. So faehrt beispielsweise kein Auto mehr direkt am Hotel vor. Man muss an einer dicken grossen Mauer, die das Hotel jetzt umgibt, aussteigen (der Page parkt dann das Auto), zu Fuss durch den Sicherheitscheck und anschliessend ins Hotel (ca. 100 Meter entfernt).
Hier war das Zimmer natuerlich geheizt, Fruehstueck und Minibar im Preis inbegriffen und obenauf noch 2 Stunden Internet umsonst. Was will man mehr?
Weil wir ja immer noch die beiden Kollegen dabei hatten, war man nur ein bisschen nervoes, wie viele Personen denn im nun Doppelzimmer naechtigen wuerden. Wir konnten sie beruhigen, die zwei werden jetzt gleich in den Bus gesetzt und ab geht es fuer sie nach Hause nach Lahore.
Leichter gesagt als getan. Trotz Google Maps hatten wir einige Schwierigkeiten den Bushalteplatz in Rawalpindi zu finden. Endlich, 10 Minuten vor Abfahrt des Busses waren wir da. Und trotz Nebelwarnung (es war jetzt schon halb sieben Uhr abends und dunkel) sollte der Bus fahren und gegen 11 Uhr nachts in Lahore ankommen.
Gefahren ist er. Um 11 Uhr angekommen natuerlich nicht. Ca. 100 km vor Lahore war naemlich Schluss mit lustig und die Autobahn wieder mal wegen Nebels (was fuer eine Ueberraschung) gesperrt. Nun muessen aber all die gestrandeten Pakistanis auch versorgt werden. Essen, Trinken, Bett. Hier hat ja keine Geld in der Tasche und wenn es unplanmaessig geht ist man aufgeschmissen. Passiert dann nichts, wird auch mal gerne randaliert und der Bus abgefackelt. Da kennen die nichts. Also hatte man sich etwas einfallen lassen. Fuenf gestrandete Busse durften hinter einem Polizeiwagen mit 60 km/h herfahren und die ansonsten gesperrte Autobahn benutzen. Wie schoen. Mit „nur“ drei Stunden Verspaetung war man gegen 2 Uhr morgens dann in Lahore.
Hier war die Nebelsuppe aber wirklich so dick, dass die beiden Kollegen unmoeglich abgeholt und nach Hause gefahren werden konnten. Aber man ist ja erfinderisch. Ein weitere Kollege, naemlich der, der am naechsten zur Bushaltestelle wohnt wurde informiert, dass er bitte kommen moege, man haette beschlossen die Nacht bei ihm zu verbringen. Und er kam natuerlich und hat alle eingesammelt und ihnen Zuflucht in der Herberge gewaehrt.
Ach Quatsch, das war ja ne andere Geschichte.
Waehrend dessen haben wir fein in unserem warmen Hotelbettchen geschlafen. Morgens dann ein sehr gutes Fruehstuecksbueffett und wir waren bereit fuer die Aufnahme des Alkohols. Natuerlich nur in unseren Kofferraum.
Der Zoellner, der immer extra zugegen sein muss und den Zoll zu kassieren, kam auch wie verabredet um 1 Uhr mittags und um 2 Uhr war alles bezahlt und verladen.
Nun mussten wir aber auch sehen, dass wir zurueck kamen, ansonsten drohte ja wieder Nebelalarm. Als wir Lahore langsam immer naeher kamen sah es beinahe nach Sperrung aus, aber wir hatten Glueck und haben es mit den letzten Sonnenstrahlen um 6 Uhr geschafft zu Hause anzukommen.
Puh, was fuer eine Reise...