Samstag, 11. September 2010

EID UL FITR

Wir haben den Mond gesehen. Gestern Abend war seine wenn auch dünne Sichel am Himmel deutlich zu erkennen. Und das bedeutet, dass heute der Fastenmonat Ramadan ein Ende findet und alle Muslimen hier das Eid ul Fitr Fest feiern.
Ich werde natürlich seit Usman`s Hochzeit auch mehr in die Familienaktivitäten mit einbezogen.
Deshalb hiess es gestern Abend auf in den Beautysalon mit Mazhar´s Schwestern. Dort wollten wir uns ein Mehndi machen lassen. Dabei werden die Hände und/oder Füsse mit Henna bemalt. Wir haben uns diesmal nur die Handinnenflächen verschönern lassen. Es war nämlich ziemlich voll in dem Laden, da alle viele noch schnell ein Mehndi haben wollten. Einige machen das auch zu Hause. Dafür braucht man aber eine begabte Schwester, die dann den Job der Malerin übernimmt. Ich könnte das auf keinen Fall.
Gemalt wird mit Hennapaste, die in Aluminiumfolie gefüllt wurde. Die Folie ist so gerollt, dass an einem Ende eine Spitze entsteht. Dort öffnet man die Paste um dann immer eine schmale Wurst heraus zu drücken. Mit dieser wird dann gemalt. Die Hennapaste trocknet auf der Haut und färbt diese für einige Tage braun oder schwarz.
Nach einer Woche ist der Spuk vorbei und die Farbe wieder verschwunden.
Diese Verschönerung wird zu Hochzeiten und eben auch am Eid Fest zelebriert.

Mazhar´s Mutter hat mir dann gestern auch noch ein neues Outfit für das Fest geschenkt. Die lange Bluse ist reich bestickt und sieht sehr gut aus. Nur die Hose war ein wenig kurz.
Aber in Pakistan haben wir ja meist helfende Hände und so hat mir meine gute Seele Rita heute morgen die Hose schnell verlängert indem sie den Saum heraus gelassen hat. Jetzt sieht es viel besser aus. Keine Capri Hose mehr.

Rita hat sich schwer verbrannt. Sie hat einen heissen Topf anstatt mit einem Lappen mit Hilfe ihres Kittels vom Gasherd genommen. Der Kittel hat Feuer gefangen und ihren linken Arm sowie Brust, Bauch und Rücken verbrannt. Und weil es keine Baumwolle war hat sich das Material so richtig schön mit der verbrannten Haut verbunden. Sah herrlich aus.
Erst wollte sie gar nicht ins Krankenhaus, da sie natürlich kein Geld hat, aber wir haben keinen Widerspruch geduldet. Wir sind erst einmal eingesprungen und haben alle Krankenhaus-, Arzt- und Medikamentenkosten übernommen.
Sieben Tage und drei Operationen später wurde sie Donnerstag entlassen und wir haben sie erst einmal bei uns unter gebracht, da es hier doch etwas sauberer und vor allem klimatisiert ist. Über die Feiertage ist sie nun mit ihrer Tochter bei uns hier und Dienstag werden wir sie wieder zum Arzt bringen um die Heilung zu kontrollieren.
Sie fühlt sich aber wohl gut, hat keine argen Schmerzen und auch kein Fieber mehr. Das Problem ist halt nur, dass man hier keine Spezialverbände für Brandwunden verwendet und sich der Verband immer wieder mit der Wunde verbindet. Beim Verbandswechsel wird dann die Wunde teilweise wieder aufgerissen.

So gibt es hier jeden Tag etwas Neues. Wird nie langweilig.