Mittwoch, 2. Juli 2008

Wer hat meinen Koffer gesehen?

Der letzte Aufenthalt in Deutschland war nur kurz (von Mittwoch bis Sonntag), aber trotzdem habe ich wieder viel erledigt bekommen.

Die Wohnung in Wald ist jetzt an einen Makler übergeben. Ich hoffe der bekommt sie bald vermietet. Naja, wenigstens fallen jetzt keine grossen Nebenkosten mehr an.

Wegen der Mieter hatte ich eine Zeugenvorladung vor das Amtsgericht in Solingen. Passte ja ganz gut, ich war ja eh in Deutschland. Die Richterin wollte mich am Ende aber gar nicht mehr vernehmen, da man sich schon geeinigt hatte. Sie fragte dann ob ich irgendwelche Auslagen hatte. Ja klar, ich könnte da noch ein Flugticket für rund 1.500 Euro beibringen. Bin ja schließlich extra aus Pakistan angereist. Hat sie aber leider nicht gelten lassen und mir wurden nur 12 Euro erstattet.

Freitag nachmittag war ich schön mit meiner Freundin Anke einkaufen und wir haben meinen Einkaufzettel richtig abgearbeitet. Da führte dann dazu, dass ich am Sonntag 51 kg als Gepäck mit nach Pakistan nehmen wollte. Leider hatte ich mich ein wenig verrechnet und dachte zu meinen 30 kg aus der Business Class kämen noch 10 kg für meine Thai Airways Silberkarte. Aber Pustekuchen. Die zusätzlichen 10 kg gibt es nur für die LUFTHANSA Silberkarte und die habe ich nicht. Also was nun? 21 kg Übergepäck steckt die Fluggesellschaft leider nicht weg. Auch meine Kollegen Siggi und Anil hatten zusammen nur noch 2 kg ungenutzt, die sie mir freundlicher Weise überlassen haben. Blieben noch 19 kg. Die nette Dame am Schalter hat dann nochmal 4 kg springen lassen aber 15 kg mußten bezahlt werden. Und jedes kg mit 30 Euro.

Der Flug war dann in Düsseldorf verspätet und wir drei wurden direkt am Flieger abgeholt um unseren Anschluss nach Lahore nicht zu verpassen. Macht die Gesellschaft natürlich gerne, ansonsten hat sie uns 2 Tage am Hals, das nicht täglich nach Pakistan geflogen wird. Wir haben auch alles super geschafft, nur meistens schafft es dann das Gepäck nicht.

Siggi hatte Glück, sein Koffer kam mit der selben Maschine in Lahore an. Anil’s Koffer und meine drei aber leider nicht. Da haste schon 450 Euro gelatzt und dann liefern die noch nicht mal pünktlich. Und die nächste Maschine kommt dann Dienstag abend an.

Ich habe mich natürlich ganz schön beschwert und siehe da, uns wurden insgesamt 300 USD Kompensation ausgezahlt. 100 USD für Anil (da er ja in Pakistan wohnt) und 200 USD für mich. Ich habe denen natürlich nicht erzählt, dass ich eigentlich auch hier wohne.

Gestern abend konnten wir dann die Koffer abholen. Leider hatte die Maschine aufgrund eines Streiks 3 Stunden Verspätung und wir waren von 1.00 Uhr an am Flughafen. Um halb drei waren dann alle Koffer leer und ich im Bett. Um 4.00 Uhr fing dann meine Klimaanlage an zu tropfen, dass ich Angst hatte am nächsten morgen in einem Schwimmbad aufzuwachen. Habe sie dann abgestellt. Was natürlich zu einem etwas ungemütlichen Restschlaf aufgrund von Hitze führte. Ist aber laut meiner Putzfrau heute schon repariert worden. Ja, da sind sie schnell. Ohne Klimaanlage geht hier gar nichts.

Heute hat mein türkischer Kollegen auch seine Wette bezahlt. Wir hatten 50 Euro auf den Sieg im Halbfinale gesetzt. Ich bin nur froh, dass ich nicht auf das Finale gewettet habe.

Samstag, 21. Juni 2008

Erster Ausritt mit Bullseye

Die Klimaanlage funktioniert immer noch nicht richtig und täglich haben wir etliche Stromausfälle. Gut das es die Dieselgeneratoren gibt. Sonst wären wir hier echt aufgeschmissen.

Mein Pferd habe ich heute zum ersten Mal draußen geritten. Letztes Wochenende war er zwar nicht mehr krank, dafür hat es aber so heftig geregnet, dass die Farm und das umgebende Gelände quasi „Land unter“ melden musste. Jedenfalls war es zu schlüpfrig für die Pferde und wir konnten nicht ausreiten. Aber heute war es dann soweit. Ich war ja auf alles gefasst, da mein Pferdchen (wie Ebbi in Deutschland) nicht der Mutigste ist. Und dann schon seit Wochen nicht mehr unter dem Sattel gewesen. Aber nein, er war sogar der Mutigere und hat sich brav auch an Rasenmähern, Kühen und bellenden Hunden, die seinen Weg versperrten, vorbei getraut. Ganz anders da sein Kumpel. Erst immer vorne weg laufen aber dann Riesentheater veranstalten, wenn etwas den Weg kreuzte. Unser neuer Stallknecht hatte alle Hände voll zu tun. Ach ja, habe ich ja noch gar nicht erzählt. Mein alter Freund Summer hat uns verlassen. Nachdem er 10 Jahre mit den Pferden gearbeitet hat war ihm der Verdienst nicht mehr hoch genug. Er wollte sein Glück lieber als LKW Fahrer versuchen und hat uns Ende Mai verlassen. Der Neue heißt Zulfi und spricht eigentlich gar kein Englisch. Na ja, wir verständigen uns dann eben mit Händen und Füßen und meinem Urdu tut es auch mal ganz gut gefordert zu werden.

Der Trip zum K2 musste leider für dieses Jahr ausfallen. Man sollte nämlich mindestens eine Woche Aufenthalt in Gilgit einplanen, da man nicht nur vom Wetter abhängig ist, sondern auch von der Verfügbarkeit des Helikopters. Der wird nämlich vom Pakistanischen Militär gechartert. Und wenn die Übung oder gar Ernstfall haben, da machste nix, da musste warten. Deshalb haben wir die Tour auf nächstes Jahr verschoben. Ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.

Wir haben zurzeit Besuch von zwei Trainern aus Deutschland und Rumänien. Zu deren Unterhaltung werden wir morgen Nachmittag mal wieder zur indischen Grenze fahren. Wer nicht weiß worum es dort geht, bitte im März 2007 nach lesen.
Wagha-Border ist immer noch DER HIT im Unterhaltungsprogramm für Besucher.
Und wir waren auch schon lange nicht mehr dort.

Sonntag, 8. Juni 2008

Heisse Tage in Pakistan

Wieder zurück in Pakistan ist es erstmal richtig heiß. Die Temperaturen klettern tagsüber bis auf 45 Grad Celsius. Und die Klimaanlage läuft und läuft und läuft. Leider hat die im Büro immer noch so ihre Probleme und wir müssen täglich bei 36 Grad am Schreibtisch sitzen. Das macht wirklich keinen Spaß…

Mein Pferd ist zusammen mit drei anderen aus unserer Gruppe auf die Farm gezogen. Und dann direkt krank geworden. Der Tierarzt war wohl da und hat ihm Antibiotika und Elektrolyte verabreicht. Ich denke es war vielleicht einfach zu viel Stress für ihn. Der Wetterumschwung, die Reise auf die Farm, neue Umgebung und so weiter.
Freitagabend habe ich dann erst einmal nach ihm gesehen. Er sah zwar nicht super fit aus, aber er fraß ordentlich und schien soweit okay. Gestern Morgen habe ich dann auf das Reiten verzichtet und bin nur hin gefahren um ihn zu duschen und mit ihm spazieren zu gehen. Die Pferde werden hier sehr oft abgeduscht um ihnen ein bisschen Kühlung zu verschaffen. Ich denke er hat es auch genossen. Heute Morgen schien er wieder völlig okay. Keine laufende Nase, und die Atmung ging auch nicht mehr so schwer. Hoffe ich kann ihn nächste Woche dann das erste Mal draußen reiten.

Ich habe erfahren, dass hier eine so genannte Air Safari zum K2 gibt. Der K2 ist nach dem Mount Everest der zweithöchste Berg der Welt und liegt in der Kaschmir Region. Das ist die Region bei der sich Indien und Pakistan seit langer Zeit nicht darüber einigen können zu welchem der beiden Länder die Region gehört. Beide beanspruchen dort Eigentumsrechte. Die wenigen Menschen, die in diesem unwegsamen Gelände leben scheint das wenig zu jucken, die machen einfach weiter wie immer. Ist denen doch egal ob sie als Inder oder Pakistani gelten, die halten sich sowieso für Kaschmiri.

Auf jeden Fall kann man von hier über Islamabad nach Gilgit fliegen (wenn das Wetter mitmacht). Gilgit liegt im Himalaja auf pakistanischer Seite auf einer Höhe von ca. 3.000 Metern. Von dort kann man dann mit Flugzeugen zum K2 fliegen und dort kreisen (nicht landen). Das wollen wir machen und laut Reisebüro ist Juni wettertechnisch die optimale Zeit für einen solchen Trip. Gibt einem natürlich keiner eine Garantie, wenn dass Wetter nicht mitspielt verbringt man nur ein verlängertes Wochenende in Islamabad. Drückt mal die Daumen, dass es klappt.

Das Wochenende verbringen wir meist am Pool im internationalen Club. Aber das Wasser hier ist mittlerweile auch nicht mehr wirklich erfrischend. Vielleicht brauchen wir demnächst noch eine Kühlanlage für das Wasser im Pool.

Gestern haben wir frischen Mangoshake getrunken. Es gibt in Lahore sehr viele Fruchtsaftgeschäfte, die je nach Jahreszeit die unterschiedlichen Früchte zu Saft oder Shake verarbeiten und für 45 Eurocent frisch zubereitet verkaufen. Gestern habe ich dann zum ersten Mal nach unserer Rückkehr Mango entdeckt. Ihr könnt Euch diesen Geschmack nicht vorstellen. Einfach phantastisch.
Am 25. Juni komme ich schon wieder für ein Meeting nach Düsseldorf. Ich bleibe allerdings nur bis Sonntagmorgen.

Samstag, 24. Mai 2008

Wieder mal in Solingen

Schon ist eine Woche Deutschland um.

Aber diesmal habe ich nicht so viele Termine angenommen. Ansonsten wäre mein Freund Mazhar wieder auf sich alleine gestellt gewesen und das wollte ich nicht.

Wir haben unseren Aufenthalt hier mit dem Dürpelfest begonnen.
Das Wetter war ja ganz okay, nicht zu heiss aber weitgehend trocken (zumindest am Freitag als wir unterwegs waren).
Dort hat Mazhar auch zum ersten Mal meine Eltern getroffen. Ansonsten war das Fest nicht so toll für ihn, niemand sprach englisch und Bier mag er ja auch nicht. Aber zu Essen hat er genug gefunden.

Wir haben auch das Neanderthal Museum in Mettmann besucht und sind einen Tag nach Amsterdam gefahren. Heute wird er von Leo (einem Kollegen) abgeholt. Der will ihm Möchengladbach zeigen.

Meine Wohnung in Wald scheint leer zu stehen. Die Mieter sind laut Angaben der Nachbarn bereits Ende März ausgezogen. Leider fehlen mir immer noch 6 Monate Miete. Naja, man kann nicht immer Glück haben. Ich werde die Wohnung wohl jetzt an einen Makler geben.

Wenn ihr jemanden kennt, der eine Wohnung in Solingen-Wald sucht, 3 Zimmer, 2 Bäder, Laminat, 86 qm für 480 EUR kalt, bitte melden. Eine Garage und einen kleinen Balkon gibt es übrigens auch noch dabei.

So, das war es jetzt erst einmal von hier.
Nächste Woche muss ich arbeiten und Sonntag morgen geht es dann zurück nach Pakistan.

Sonntag, 11. Mai 2008

Ein Pferd in Pakistan

Ich habe mir ein Pferd gekauft.

Das klingt für Deutschland sehr hochtrabend, ist hier aber keine allzu große Sache.

Der Besitzer der Polopferde, die ich seit einem Jahr reite, wollte einige seiner Pferde verkaufen um neue Pferde anzuschaffen. Er hat mir dann die zum Verkauf stehenden Pferde auch angeboten. Und ich war natürlich nicht desinteressiert.
Kannte ich doch alle seit über einem Jahr und hatte eigentlich alle auch schon mindestens einmal geritten.

Bisher musste ich eine nicht unerhebliche Summe jeden Monat sozusagen als „Reitgeld“ an ihn bezahlen, die fällt jetzt weg. Neben der Anschaffungssumme fallen im Monat für Stall, Futter, Hufschmied, Impfungen und Betreuer ca. 70 EUR an. Und ich hoffe natürlich den Kaufpreis am Ende meiner Zeit in Pakistan wieder heraus zu bekommen. Jedenfalls gehört mir das Pferd ganz, sobald ich Anfang Juni aus Deutschland zurück bin. Von dort muss ich nämlich das Geld mitbringen. Hier komme ich täglich nur an 250 EUR (mehr lässt mich der Geldautomat nicht abheben).


Sein Name ist Bullseye. Er ist sozusagen ein Bodybuilder unter der Polopferden, viele Muskeln aber kein Fett. Er ist auch ein bisschen wie Ebano, großes Pferd aber ganz kleines Herz. Auch er erschreckt vor jeder Kleinigkeit. Der Betreuer meinte allerdings das würde sich schnell legen, wenn er erst einmal Vertrauen zu mir gefasst hat. Da bin ich ja mal gespannt. Er wird auch im Polo Kader seines Vorbesitzers bleiben, damit er genauso fit trainiert bleibt, wie er im Moment ist. Und der Betreuer kümmert sich ums Füttern, Striegeln, Waschen, Mähne und Fell scheren und natürlich Box sauber halten. Er bleibt sozusagen komplett im Familienverbund, wie bisher auch, nur dass er jetzt mir gehört.

Er ist 12 Jahre alt und hat Militärpapiere. Ich könnte ihn also auch nach Deutschland bringen. Aber ich glaube das möchte ich ihm nicht antun. Völlig anderes Klima, völlig anderes Futter und eventuell sprechen auch die Pferde beim Bauern Flocke nicht seine Sprache. Aber wer weiß, was in zwei Jahren ist. Jetzt bleibt er erst einmal im Polo Club und geht nur über die Sommermonate auf die Farm. Ich denke wenn ich aus Deutschland zurück komme wird er schon auf Urlaub sein.

Jetzt muss ich ihn allerdings erst einmal für drei Wochen alleine lassen und nach meinem Ebano in Deutschland schauen.

Ich habe gehört das Wetter ist zurzeit sehr sommerlich in Deutschland. Hoffentlich bleibt das auch so, ich möchte kein verregnetes Dürpelfest erleben.

Montag, 28. April 2008

Ein Wochenende in den Bergen

Am Freitagmorgen sind wir schon ganz früh nach Islamabad gefahren.

Schon um 5 Uhr morgens ging es los. Wir haben noch einen Kollegen mitgenommen, der übers Wochenende nach Hause wollte und sehr froh war mit uns fahren zu können, anstatt den öffentlichen Bus benutzen zu müssen. Nach halber Strecke ist er an einer Raststätte ausgestiegen und weiter ging es ohne ihn. Danach sind wir wohl ein bisschen zu schnell gefahren. Zweimal hat uns die Polizei wegen überhöhter Geschwindigkeit angehalten. In Pakistan gilt auf Autobahnen 120 km/h. Ziemlich wenig wenn man die leeren dreispurigen Straßen sieht. Aber zu viele Fahrer sind nicht richtig ausgebildet und auch die Autos werden nicht richtig überprüft. Der zweite Polizist, der uns anhielt, meinte ich würde wohl die hohe Geschwindigkeit von 150 km/h genießen. Habe ihn dann erst einmal aufgeklärt, dass ich aus Deutschland komme und wir da immer so schnell fahren. Aber bei einer Strafe von 7,50 Euro für jeden Verstoß kann ich nicht wirklich langsam fahren. Normalerweise wird immer der Führerschein eingezogen und man muss ihn anschließend mit der Zahlung der Strafe wieder auslösen. Das ist sehr aufwendig, denn wenn es in Islamabad passiert bleibt auch der Führerschein dort, auch wenn man selber schon auf der Rückfahrt ist. Dann muss man halt nach ein paar Tagen noch einmal kommen. Auf der Autobahn passiert das nicht. Die Strafe wird kurzerhand zur Mautgebühr hinzugerechnet und am Ende der Fahrt automatisch einkassiert. Das Risiko, dass jemand nicht bezahlt ist sehr nicht vorhanden und deshalb darf man auch den Führerschein behalten.

Nach 4 ½ Stunden waren wir dann in Islamabad.

Zuerst einmal habe ich die deutsche Botschaft besucht. Wenn man dort hinein will ist es fast wie ein Besuch im Hochsicherheitstrack des Gefängnisses. Man muss einen Ansprechpartner drinnen haben um rein zu kommen. Handys sind nicht erlaubt. Aber res war sehr nett einmal alle Leute, die ich sonst nur vom Telefon kenne zu treffen.

Dann haben wir uns noch den neuen Markt in Islamabad angesehen. Fast merkt man keinen Unterschied wenn man dort herein kommt. Alles ist genau gleich angeordnet.

Anschließend sind wir noch 2 Stunden weiter in die Berge gefahren. Irgendwie haben wir eine falsche Abzweigung genommen und sind auf dem neuen Highway gelandet, der zwischen Islamabad und Muree gebaut wird. Der ist zwar noch nicht fertig und manchmal mussten wir den Weg mit Baggern und dicken LKW teilen, aber trotzdem war es weit bequemer als die alte Landstrasse.

Ich war ja schon zweimal in Muree, also sind wir diesmal nach Bhurban gefahren, weil es dort ein sehr nettes 5 Sterne Hotel gibt. Von meinem Zimmer habe ich eine tolle Aussicht auf den Himalaja. Die Bergspitzen sind immer noch von Schnee bedeck. Gigantisch.

Samstagmorgen sind wir dann noch weiter in die Berge gefahren. An manchen schattigen Stellen gab es sogar noch Schnee und wir haben uns dort fotografieren lassen. An einer anderen Stelle konnte man in ein Flussbett fahren. Direkt mit dem Auto in die eiskalten Fluten. Und direkt kamen ein paar Jungs gelaufen, die den ganzen Wagen für 2 Euro gewaschen haben.

Die Fahrt nach Thandiani hat insgesamt 3 Stunden gedauert. Dort ist man auf 2.700 Metern Höhe und hat einen riesigen Ausblick auf die schneebedeckten Berge des Himalajas. Aber der Ort liegt echt am Ende der Welt. Auch die Strasse ist abenteuerlich. Keine Beleuchtung, ziemlich eng, keine Leitplanken. Ich war froh, dass wir kurz vor Sonnenuntergang wieder zurück im Hotel waren.

Sonntag standen dann die Salzminen auf dem Programm. Wir haben morgens das Hotel nach einem guten Frühstück verlassen und uns auf den Rückweg gemacht. Nach circa der halben Wegstrecke kann man die Autobahn verlassen und 30 km zu einer Salzmine fahren. Unser Kollege von der Hinfahrt hat dort ebenfalls auf uns gewartet und kam mit zu den Minen. Dort bringt man Touristen mit einer kleinen elektrischen Bahn in die alten Salzstollen. Wie immer typisch für Pakistan bezahlen Einheimische 60 Cent Eintritt, Ausländer aber 3,60 EUR. Aber das kennen wir ja schon. Also ab in die Bimmelbahn und rein in die Stollen. Circa 110 km Länge misst das Tunnelsystem insgesamt. Täglich werden bis zu 1.500 Tonnen Salz abgebaut. Es gibt eine Menge unterirdischer Seen, das Belüftungssystem, Stalaktiten und Stalagmiten zu sehen. Am Ende der geführten Tour wurde ich dann vom pakistanischen Fernsehen gebeten ein Interview vor laufender Kamera zu geben und kurz zu erläutern, wie mir die Tour gefallen hat. Ich sag es immer wieder du kommst dir manchmal vor wie ein Filmstar.

Auf der Rückfahrt durch die Tunnel zur Oberfläche haben wir den Lokführer gefragt, was denn wohl wäre, wenn der Strom nun ausfällt. Dann bleibt der Zug stehen, war seine kurze Antwort. Aber wir hatten Glück und sind ohne Stromausfall wieder an die Oberfläche gekommen.

Nach weiteren 2 Stunden Fahrt waren wir dann zurück in Lahore.

Freitag, 18. April 2008

Theater

Gestern abend war ich zum ersten Mal in Pakistan im Theater.

Ein Kollege hatte Freikarten für „Bombay Dreams“ ein Musical das laut Internet aus der Feder von Andrew Lloyd Webber stammt und im Juni 2002 in London Premiere hatte.


Nunja, dies war wohl hier die Pakistanische Variante. Wir wissen ja schon das die Pakistani sehr gut im kopieren sind.

Aber auch der Eintrittspreis (den wir hätten bezahlen müssen wenn wir keine Freikarten gehabt hätten) war mit 500 PKR (ca. 5 EUR) nicht besonders hoch.
Deshalb war es wohl auch so voll. Also ich habe ja schon ausverkaufte Häuser gesehen, aber was hier abgeht...
Nicht nur jeder Sitzplatz war besetzt, die Leute haben alle Treppenaufgänge komplett blockiert, sassen direkt vor der Bühne und ich weiß nicht wo sonst noch. Wenn da mal eine Panik ausbricht ist alles zu spät.

Das Stück an sich war sehr gut. Die Schauspieler jung und engagiert.
Zwei Stunden lang ein Feuerwerk an Musik und Schauspiel. Die Story natürlich ala Bollywood. Es handelt von dem jungen Mann Akaash, der in den Slums von Bombay aufwächst und davon träumt, eines Tages ein Bollywood-Star zu werden. Er hat großes Glück und wird vom Bollywood-Producer Madan entdeckt. Akaashs Wunsch geht in Erfüllung. Er wird ein großer Star. Und er verliebt sich in die hübsche Tochter von Madan, Priya. Gleichzeitig fängt er an seine Vergangenheit und damit die Menschen, die sein früheres Leben geprägt haben, zu vergessen. Auch seine Liebe zu Priya wird auf die harte Probe gestellt, als Priyas Vater Madan ermordet wird und Priya dem hinterlistigen Rechtsanwalt Vikram vertraut, ohne zu wissen, dass er mit der Mafia-Bande in Verbindung steht und sie belügt. Leider hat das Stück kein Happy-End. Akaash und Priya sterben. Schnief...

Alles in allem ein gelungener Abend. Ich werde mal die Augen und Ohren offen halten, wenn sich wieder solche Gelegenheiten ergeben.

Nächsten Wochenende möchte ich gerne für ein paar Tage nach Islamabad fahren. Vielleicht klappt es ja einen oder zwei Tage frei zu nehmen. Dann kann ich auch mal den dortigen Markt anschauen. Er scheint bei den Kunden sehr gut anzukommen.

Ansonsten geregelt Leben wie gehabt. Am Wochenende Reiten und im internationalen Club am Pool liegen. Um die Mittagszeit ist es mit über 30 Grad manchmal schon zu heiß um es in der Sonne auszuhalten.

Die Pferde die ich reite werden zurzeit ausgetauscht. 4 von 7 werden verkauft und anschließend durch neue ersetzt. Tja, so geht das, wenn man ein erfolgreicher Polospieler sein will. Da ist kein Platz für Sentimentalität. Ist das Pferd nicht mehr gut genug, zu groß oder zu klein, zu langsam oder zu schnell wird es eben verkauft. Allerdings denke ich geht es auch ums Geld. Der Besitzer kauft wohl junge nicht voll ausgebildete Pferde, steckt dann Arbeit hinein und verkauft sie am Ende mit Gewinn.
Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf die Neuen, die wir bekommen werden.