Samstag, 6. November 2010

Kallar Kahar - Katas Raj - Khewra (Salzminen)

Das Wetter ist im Moment so angenehm, dass man alle Aktivitäten im Freien jetzt gerne macht. Täglich ist es so um die 24 Grad und sonnig. Also was können wir tun_
Samstag war ich mit Simone Winterklamotten einkaufen, den es wird schon bald noch kälter werden und dann muss man doch etwas Muckeliges zum Anziehen haben. Leider ist im Moment auch Hochzeitssaison und übernächste Woche steht das Opferfest an. Da braucht natürlich jeder neue Klamotten. Der erste Schneider den ich gefragt habe nahm schonmal gar keine neuen Aufträge mehr an. Erst nach dem Opferfest wieder. Der zweite ist auch nicht schneller fertig, aber er hat wenigsten schonmal die Stoffe angenommen und wird dann in der Woche nach dem Opferfest liefern. Ein besserer Deal war leider nicht möglich, aber das bin ich ja schon gewohnt, hier muss man einfach immer sehr viel Geduld mitbringen.

Sonntag hatten meine Kollegen den Einfall doch ein BBQ zu veranstalten. Dazu wollten wir zu einem See fahren, der gut 300 km entfernt (kurz vor Islamabad) liegt.
Für einen See muss man natürlich nicht so weit fahren, aber dieser liegt in der Nähe der Gebirgskette Kallar Kahar und diese wiederum beheimatet auch die zweitgrössten Salzminen der Welt.

Aber alles der Reihe nach. Zuerst waren wir am See. Alles sehr touristisch hier. Karussell, Tretboote und Kamelreiten wurde angeboten. Wir haben uns dann aber nur zum Kamelreiten hinreissen lassen. Und das auch nur, weil wir auf einen Typ warten mussten, der uns ein Grundstück (mit Waschraum) aufschliessen sollte. Kurz nach dem Kamelritt kam der dann auch und wir sind etwas mehr abseits zu dem Grundstück gefahren. Dort haben wir dann unseren Grill ausgepackt und ein super BBQ organisiert. Dank auch an Simone, die mir ihr Rezept für Kartoffelsalat verraten hat. Hat alles super geschmeckt.


Als dann unser Grill zum Einpacken wieder etwas abgekühlt war ging es weiter. Wir wollten ja noch zu den Salzminen. Aber auf dem Weg liegt noch ein anderer touristischer Leckerbissen. Katas Raj ein (oder vielmehr ganz, ganz viele) Hindu Tempel, der sogar als Weltkulturerbe vorgeschlagen wurde. Auch hier versucht man mit den vorhandenen knappen Mitteln soviel wie möglich der alten Substanz zu erhalten. Mit hatte es vor allem der See in der Mitte der Tempel angetan, der in einem super türkis blau schimmerte.


Dann ging es weiter zu den Salzminen. Dort kann man mit einer kleinen elektrischen Bahn in die Stollen einfahren. Der Eintritt für Pakistanis ist erschwinglich (1 Euro = 120 Rupies) während für einen Ausländer direkt 10 USD = 860 Rupies verlangt werden. Allerdings gibt es dafür nur eine geführte Tour in Landessprache (Urdu) und nix in Englisch. Ich war Gott sei Dank schonmal vor Jahren dort und die Kollegen haben damals wie heute ganz fleissig für mich übersetzt. Und viel hat sich seit letztem Mal auch nicht verändert. Das Postoffice stand, wie vor zwei Jahren immer noch ganz kurz vor seiner untertage Eröffnung. Naja, wer braucht im Zeitalter der eMail noch die Post?
Der über Jahrhunderte geformte Stalagmit im Eingangsbereich hat sich auch seit dem letzten Besuch nicht signifikant verändert, das Wasser in den alten Ausgrabungskammern ist immer noch so salzig, dass man dort nicht unter gehen dann, wenn man reinspringt. Und wieder hat es trotzdem keiner gewagt. Welche Überraschung. Die Witze das Guides waren auch immer noch die gleichen. Aber drei Kollegen waren zum allerersten Mal dort und fanden es so gut, dass sie demnächst mit ihren Familien wieder kommen wollen.

Als wir mit der Bimmelbahn wieder raus kamen, dämmerte es schon und es lagen ja noch drei Stunden Heimfahrt vor uns. Jedenfalls war der Tag ein voller Erfolg. Das machen wir bestimmt bald mal wieder.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Eine neue Katze - und weg

Manu hatte draussen einen neuen Freund gefunden.
Einen Kater, der aus diesem Fruehjahrswurf zu stammen schien.
Vielleicht war es sogar sein juengerer Bruder.
Jedenfalls waren die beiden draussen immer zusammen auf Tour und wenn Manu abends zum fressen heim kam gesellte sich auch Minu (so hatte ich den zweiten Kater getauft) schnell dazu.
Er konnte zwar nicht in die Wohnung, weil er nicht kastriert war, aber ich habe ihn immer draussen vor dem Fenster gefuettert.
Morgens wenn ich die Vorhaenge aufmachte sass er schon miauend davor und verlangte sein Futter. Danach machte er sich mit Manu auf zum taeglichen Streifzug durch die Gemeinde. Maennerfreundschaft halt.

Drei Tage bevor wir nach Deutschland geflogen sind war er nicht mehr da.
Naja dachte ich, ist halt ein Kater, vielleicht hat er eine Freundin gefunden und braucht jetzt ein bisschen Zeit mit ihr.

Ich gab Futter fuer Manu und ihn an unseren Elektriker, der immer aufpasst, wenn wir in Urlaub sind und bat ihn nach Minu Ausschau zu halten.

Er hat ihn gefunden. Leider tod.

Minu muss einer Ratte oder Maus in den Raum mit den elektrischen Anschluessen gefolgt sein. Dort hat er dann wohl ein stromfuehrendes Kabel beruehrt und einen toedlichen Schlag bekommen. Leider sind diese Raeume eben nicht auf dem Sicherheitstand, den wir aus Deutschland kennen.
Ich bin sehr traurig, dass mein kleiner Minu nicht mehr lebt…
Nun bete ich nur, dass Manu nicht auch mal eine solche bloede Idee hat.

Mal wieder daheim in Deutschland

Das Wetter war ja so halb und halb. Montag als wir ankamen war es sehr schoen. Zwar kalt, aber die Sonne strahlte am blauen Himmel. Die Oma in Pakistan ist uebrigens an diesem Tag auch wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Es geht ihr soweit wieder gut.

Dienstag dann super viel Regen. Ich wollte morgens mit Ebbi ausreiten, aber der stand schon seit 8 Uhr im Regen und war pitsch nass. Da konnte ich das auch vergessen.

Mittwoch war es dann wenigstens trocken und wir haben endlich unsere Papiere fuer die Hochzeit beim Standesamt eingereicht. Boar, heirate niemals einen Auslaender der aus einem „Schurkenland“ kommt. Das passt nicht mit deutscher Buerokratie ueberein.
Jedenfalls muessen jetzt nur noch drei englische Dokumente ins Deutsche uebersetzt werden und alles zum Oberlandesgericht geschickt werden. Die entscheiden dann, ob die gesamten Dokumente noch einmal vertrauensanwaltlich in Pakistan geprueft werden muessen oder wir direkt die Genehmigung zur Hochzeit erhalten. Bitte Daumen druecken, dass es ohne erneute Pruefung geht.

Donnerstag waren wir bei der Metro einkaufen. Mazhar hat Anzuege fuer 35 Euro gefunden. So billig gibt es die noch nicht einmal hier in Pakistan und er hat direkt 3 davon mitgenommen.

Freitag haben wir Mabel in Koeln besucht. Ihr erinnert Euch? Das ist die Schwester meines Urdu Lehrers hier in Pakistan. Wir hatten ihr wie immer Tee mitgebracht, da es diesen speziellen pakistanischen schwarzen in Deutschland nicht gibt. Ihr Sohn war dann auch so freundlich uns zu erklaeren, wie wir zur naechstgelegenen Moschee kommen, damit Mazhar sein Freitagsgebet nicht versaeumt. Hat auch ganz super geklappt und die Moschee in Pulheim ist wirklich sehr schoen.

Samstag hiess es dann schon wieder packen. 72 kg haben wir zusammen bekommen. Ich weiss nicht, was wir wieder alles gekauft haben. Anzuege, Hemden, Pullover (der Winter kommt ja jetzt auch nach Pakistan), Adventskalender, Uhrenradios, elektrische Zahnbuersten und natuerlich den obligatorischen Reinigunskram wie Glasrein, Fettweg und Spiegelblank.
Natuerlich hatte uns auch Mabel 10 kg fuer ihre Familie hier aufs Auge gedrueckt.

Meine Eltern hatten sich diesmal bereit erklaert uns mit all dem Gepaeck zum Flughafen zu fahren. Dort angekommen erhielten wir dann erst einmal die erfreuliche Nachricht, dass uns Emirates auf dem Flug von Duesseldorf nach Dubai in die Business Class umgebucht hatte. Wow, echt super, der 6 ½ Stunden Flug laesst sich dort natuerlich viel besser aushalten.

Sonntag morgen in Dubai angekommen ging es dann erst einmal ins Hotel, da wir ja erst am Abend nach 16 Stunden Aufenthalt weiter fliegen konnten.
Das Hotel sehr schoen, Gutscheine fuer Fruehstueck, Mittagessen, Erfrischungen und Abendessen inklusive.
Wir haben nach dem Fruehstueck erst einmal bis 12 Uhr mittags geschlafen.
Dann ging es mit dem Taxi in die Mall of Emirates, eine der neuesten und groessten Shoppingzentren in Dubai. Die Mall of Emirates beheimatet auch die beruehmte Skihalle in Dubai. Ist schon komisch wenn man draussen bei 30 Grad am Fenster steht und drinnen bibbern die Leute dick eingemummelt in ihren Skiklamotten.
Wenn wir im Januar aus Zuerich zurueck fliegen haben wir ja bestimmt dicke Winterklamotten dabei und werden wieder einen Tag in Dubai bleiben.
Vielleicht sollten wir dann einfach mal ein paar Stunden im Schnee verbringen anstatt immer nur shoppen zu gehen.

Abends ging es dann mit dem Flieger ab nach Lahore.

Montag, 18. Oktober 2010

Herzprobleme

Am Samstag morgen, alles war schon fertig gepackt für unsere Woche in Deutschland, hatte Mazhar`s Oma einen leichten Herzinfarkt. Das er leicht war wussten wir da natürlich noch nicht. Die Oma ist schon Mitte siebzig und nahm bisher noch keine Medikamente. Die Familie hat sie schnell in eine der besten Herzkliniken in Lahore gebracht und dort konnte man ihr Gott sei Dank schnell helfen.

Mit Herz kennt man sich hier eigentlich sehr gut aus, da sehr viele Menschen unter hohem Blutdruck und hohen Cholesterinwerten leiden und damit meist für Herzinfarkt oder Schlaganfall vorprogrammiert sind.


Aber mit fliegen war natürlich nichts, wir mussten ja erst einmal abwarten was weiter werden würde. Sie hat sich in nur zwei Tagen sehr gut erholt und kann wohl schon morgen das Krankenhaus wieder verlassen.


Einheitliche Familienmeinung war, dass wir nun ruhig fliegen könnten. Also umgebucht und dann ging es heute morgen los.


Ich persönlich mag ja den Samstag morgen Flug lieber. Er geht um 9.00 Uhr morgens von Lahore nach Dubai. Man hat fast eine normale Nacht und kommt nach drei Stunden Aufenthalt in Dubai abends halb acht in Düsseldorf an.

Heute morgen mussten wir schon um 1.30 Uhr zum Flughafen. Da ist nicht viel mit schlafen vorher. Und im Flieger? Na ja, auch nicht soooo dolle.

Und dann kommt man schon mittags in Düsseldorf an und versucht verzweifelt sich wach zu halten um nicht völlig aus dem Rhythmus zu geraten.

Aber was soll es, Hauptsache die Oma ist wieder okay.


Am Wochenende wollte ich eigentlich mal wieder für Klüh beim Eishockey arbeiten.

Daraus wurde jetzt natürlich nichts. Sehr schade, ich hätte die Leute gerne mal wieder gesehen. Hoffentlich klappt es beim nächsten Mal.


Ich freue mich auf eine verkürzte Woche zu Hause. Hoffentlich ist das Wetter einigermassen und wir müssen nicht immer nur drinnen hocken.

Montag, 27. September 2010

Besuch

Wir hatten übers Wochenende Besuch.
Die Tochter einer Freundin hat uns mit ihrem Freund besucht.

Das war uns Anlass genug am Samstag die Polster auf die Terasse zu schleppen und die BBQ Saison nach Sommerhitze und Flut wieder einzuläuten.
Neben den beiden Gästen und uns waren noch Simone, Basil und Mazhars` Jungs da. Es gab Hähnchenbrust, Rinderfilet, Würstchen, Kartoffeln, Mais, Salat und Brot. Und diesmal war am Ende der Party doch tatsächlich vom Essen nichts mehr übrig geblieben.
Böse Zungen behaupten, dass das nur daran lag, dass die Besucher meinen Büfettaufbau drinnen auf dem Esstisch ignoriert haben und alle Schüsseln einfach nach draussen getragen wurden. Dadurch war diesmal alles ohne Aufwand direkt erreichbar und ist deshalb auch gegessen worden. Ist ja gut, ich merk es mir und werde beim nächsten Mal danach handeln.

Samstag war ich dann mit den beiden einkaufen. Wir hatten es besonders auf Schuhe und Schmuck abgesehen. Der afghanische Schmuckladen mit den vielen in Silber gefassten Steinen hat da ja fuer fast jeden Geschmack etwas.

Leider stellten wir dan später beim Mittagessen im Club im prallen Sonnenlicht fest, dass ein Ohrring mit einen schwarzen Stein, der andere aber mit einem braunen Stein gefasst war. Gekauft hatten wir das Paar in der Annahme beiden seien schwarz. Also mussten wir wieder zurück auf den Bazar und die Dinger umtauschen. Leider hatte wohl schon ein anderen Kunde vor uns den gleichen Fehler begangen und war nicht zum Umtausch wieder gekommen. Der zweite schwarze Ohrring blieb unauffindbar. So mussten wir uns dann für ein anderes Modell entscheiden. Aber in Pakistan sind wir ja gewohnt, das selten ein Plan zu hundert Prozent funktioniert.

Dann standen Souvenirs auf dem Programm. Dafür habe ich die beiden in einen speziellen Handicrafts Laden gebracht. Sie haben auch einiges gefunden und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich ihre Freunde in Deutschland über die Mitbringsel freuen.

Zuletzt haben wir noch Bullseye einen Besuch abgestattet. Dem ging es gut und er wurde gerade zum Duschen abgeholt. Für ihn immer eine gern angenommene Gelegenheit zur Abkühlung.

Zum Abendessen waren wir auf Simones´ oberer Terasse eingeladen.
Neben Essen und Trinken, haben wir den deutschen Einbürgerungstest auf dem iPhone bestanden und vergeblich versucht Gekkos im Dunkeln zu fotografieren.

Nur Basil wollte total müde viel zu früh für ihn und völlig freiwillig ins Bett.
Am nächsten Morgen war klar warum, er war krank. Da musste Mama Simone zu Hause bleiben.

Die Gäste unterdessen habe ich mit einem Touristenführer auf die altbekannte Lahore Tour geschickt. Museum, Fort, Moschee, Park und wie immer zum Abschluss zur indischen Grenze. Morgens um 10 sind sie los, abends um halb acht waren sie zurück.

Ich hatte während dessen einen relaxten Tag am Pool.

Und dann war unsere gemeinsame Zeit auch schon wieder vorbei.

Heute morgen musste ich ins Büro und die beiden sind wieder abgeflogen.
Vielleicht kommen sie ja bald mal wieder, es war nämlich sehr schön.

Samstag, 18. September 2010

Die Erde bebt

Gestern Abend war ich schon im Bett als dieses plötzlich anfing merklich hin und her zu schwanken. Zuerst dachte ich, man, was macht den die Katze dort unten am Fussende, dass hier alles so hin und her ruckelt. Aber das hörte gar nicht mehr auf. Ich habe dann geschaut was Manu da so anstellt, aber der schlief tief und fest auf seinem Kissen.
Also was konnte es dann anderes sein als ein Erdbeben.
Ich bin dann ins Wohnzimmer gegangen, wo Mazhar noch vor dem Computer sass. Hast du das Erdbeben mitbekommen? Was für ein Erdbeben? Da war kein Erdbeben, du hast bestimmt geträumt. Aber nein, da war was.
Gott sei Dank klingelte in dem Moment schon sein Telefon und seine Mutter rief an um sich zu erkundigen wie wir denn das Erdbeben überstanden haben. Haha. Also doch.
Recherchen im Internet haben dann ergeben, es gab ein Erdbeben der Stärke 6,3. Das Epizentrum lag im Norden von Afghanistan im sogenannten Hindu Kush. Das sind ca. 670 km nordwestlich von Lahore.
Glücklicherweise ereignete sich das Erdbeben in einer Tiefe von rund 200 km, sodass keine grossen Schäden an Gebäuden oder gar Bevölkerung entstanden ist.

Zum Vergleich: Das verheerende Erbeben vom Oktober 2005, welches ca. 73.000 Menschen in Pakistan tötete und 3.5 Millionen Menschen obdachlos machte, hatte eine Stärke von 7,6 und das Epizentrum lag nur ca. 380 km nordöstlich von Lahore.

Zu dem Zeitpunkt war ich ja noch nicht hier, aber das war trotzdem nicht mein erstes Beben in Pakistan. Kurz nachdem ich in 2007 angekommen war ruckelte die Erde schon einmal. Damals sass ich gerade im Büro und wurde auf meinem Stuhl hin und her gewackelt. Das Beben hatte damals ebenfalls eine Stärke von 6,2 und das Epizentrum lag in der gleichen Region.

Auch diesmal stehen noch alle Häuser in Lahore und keiner wurde verletzt.

Samstag, 11. September 2010

EID UL FITR

Wir haben den Mond gesehen. Gestern Abend war seine wenn auch dünne Sichel am Himmel deutlich zu erkennen. Und das bedeutet, dass heute der Fastenmonat Ramadan ein Ende findet und alle Muslimen hier das Eid ul Fitr Fest feiern.
Ich werde natürlich seit Usman`s Hochzeit auch mehr in die Familienaktivitäten mit einbezogen.
Deshalb hiess es gestern Abend auf in den Beautysalon mit Mazhar´s Schwestern. Dort wollten wir uns ein Mehndi machen lassen. Dabei werden die Hände und/oder Füsse mit Henna bemalt. Wir haben uns diesmal nur die Handinnenflächen verschönern lassen. Es war nämlich ziemlich voll in dem Laden, da alle viele noch schnell ein Mehndi haben wollten. Einige machen das auch zu Hause. Dafür braucht man aber eine begabte Schwester, die dann den Job der Malerin übernimmt. Ich könnte das auf keinen Fall.
Gemalt wird mit Hennapaste, die in Aluminiumfolie gefüllt wurde. Die Folie ist so gerollt, dass an einem Ende eine Spitze entsteht. Dort öffnet man die Paste um dann immer eine schmale Wurst heraus zu drücken. Mit dieser wird dann gemalt. Die Hennapaste trocknet auf der Haut und färbt diese für einige Tage braun oder schwarz.
Nach einer Woche ist der Spuk vorbei und die Farbe wieder verschwunden.
Diese Verschönerung wird zu Hochzeiten und eben auch am Eid Fest zelebriert.

Mazhar´s Mutter hat mir dann gestern auch noch ein neues Outfit für das Fest geschenkt. Die lange Bluse ist reich bestickt und sieht sehr gut aus. Nur die Hose war ein wenig kurz.
Aber in Pakistan haben wir ja meist helfende Hände und so hat mir meine gute Seele Rita heute morgen die Hose schnell verlängert indem sie den Saum heraus gelassen hat. Jetzt sieht es viel besser aus. Keine Capri Hose mehr.

Rita hat sich schwer verbrannt. Sie hat einen heissen Topf anstatt mit einem Lappen mit Hilfe ihres Kittels vom Gasherd genommen. Der Kittel hat Feuer gefangen und ihren linken Arm sowie Brust, Bauch und Rücken verbrannt. Und weil es keine Baumwolle war hat sich das Material so richtig schön mit der verbrannten Haut verbunden. Sah herrlich aus.
Erst wollte sie gar nicht ins Krankenhaus, da sie natürlich kein Geld hat, aber wir haben keinen Widerspruch geduldet. Wir sind erst einmal eingesprungen und haben alle Krankenhaus-, Arzt- und Medikamentenkosten übernommen.
Sieben Tage und drei Operationen später wurde sie Donnerstag entlassen und wir haben sie erst einmal bei uns unter gebracht, da es hier doch etwas sauberer und vor allem klimatisiert ist. Über die Feiertage ist sie nun mit ihrer Tochter bei uns hier und Dienstag werden wir sie wieder zum Arzt bringen um die Heilung zu kontrollieren.
Sie fühlt sich aber wohl gut, hat keine argen Schmerzen und auch kein Fieber mehr. Das Problem ist halt nur, dass man hier keine Spezialverbände für Brandwunden verwendet und sich der Verband immer wieder mit der Wunde verbindet. Beim Verbandswechsel wird dann die Wunde teilweise wieder aufgerissen.

So gibt es hier jeden Tag etwas Neues. Wird nie langweilig.