Samstag, 18. August 2007

Kaufe ein Buch

„Kaufe ein Buch“ hieß die Mission. Hervorgerufen von meinem zukünftigen Urdu-Lehrer, der mich ausschickte ein Buch zu kaufen, dass hier auch in der Grundschule benutzt wird um den Kindern Urdu beizubringen. Diese Art von Schulbüchern gibt es natürlich nicht in einem normalen Buchladen. Nein, wir mussten aus Lahore raus in einen Randbezirk fahren. Und ich hatte die geniale Idee, das Freitag nach der Arbeit zu tun. Wir also gegen sieben Uhr abends los. Dort angekommen haben wir immer noch nach einer Art „Geschäft“ auf der Hauptstrasse gesucht. Nachdem wir diese so circa dreimal auf und ab gefahren, genauestens untersucht und mindestens 10 Leute nach dem Weg gefragt hatten, fiel auch noch der Strom aus. Jetzt konnte man die Geschäfte gar nicht mehr von der Straße aus erkennen. Machte aber nichts aus, wir mussten sowieso in eine Nebenstraße und von dieser noch einmal in eine Nebenstraße und so weiter. Ich glaube hier war schon seit geraumer Zeit kein normaler PKW mehr lang gefahren. Gott sei Dank war es trocken, sonst wären wir im kniehohen Morast stecken geblieben. So war die Straße nur etwas „unwegsam“. Dann noch ein letztes Mal gefragt und wir standen schon direkt vor dem Haus. Aber wie gesagt gab es zu dieser Zeit keinen Strom und es war auch ein normales Haus, kein Geschäft. Dann stellte sich heraus, dass zurzeit noch Ferien sind und wir außerhalb der Öffnungszeiten (ein Wunder dass man hier dieses Wort überhaupt kennt) kamen. Man hat uns natürlich trotzdem herein gelassen, immerhin bin ich ja ein interessanter Ausländer, aber helfen konnte man uns nicht.
Auf dem Rückweg sind wir dann so richtig im Verkehr stecken geblieben. Mein Fahrer meinte, dass Präsident Musharraf in Lahore sei und deshalb könnten die Straßen zeitweise gesperrt werden, wenn er sich mit seiner Wagenkolonne bewegen will. Gegen halb neun waren wir dann endlich im internationalen Club (ohne Buch). Aber ich hatte mal wieder ein schönes Abenteuer bestanden.