Als ich Anfang März zum ersten Mal nach Pakistan kam hatte ich auch ein paar kg per Luftfracht geschickt. Vielleicht erinnert ihr Euch? Mein Computer, meine Schuhe, mein Tauchgepäck und ähnliches reiste auf diese Weise. Und ich war kaum freitags hier angekommen da konnte ich auch schon samstags alles aus dem Zoll abholen.
Hat mich damals vielleicht 2 Stunden gekostet und alles war im Auto verstaut.
Das wird diesmal auch so, dachte ich…
Leider falsch gedacht. Frohen Mutes fuhr ich Samstagmorgen um halb neun zur Zollabfertigung um mich dort um 9 Uhr wie verabredet mit dem Zollabwickler zu treffen. Der kam natürlich erst 20 nach 9 Uhr, aber das ist ja noch früh für Pakistan.
Dann sollte ich erst einmal meinen Reisepass zeigen. Fehlanzeige, den haben wir am Freitag zwecks Visum an die Indische Botschaft geschickt. Und ich bezweifle, dass die hier mit meinem zweiten offiziellen Reisepass umgehen können. Ist doch ein zweiter Pass hier keinesfalls erlaubt.
Also ich wieder nach Hause um eine Kopie zu holen. Die hatte ich allerdings auch schon in Deutschland zu den Versandpapieren gegeben. Leider waren die schon vom Flughafen ins Stadtbüro geschickt worden.
Nach 45 Minuten war ich wieder zurück. Kam auch immer noch gut gelaunt zum ersten Offiziellen, der mir dann eröffnete, dass zollfreie Einfuhr von persönlichen Gegenständen nur bei der ersten Einreise gestattet wird. Man sei aber großzügig und würde meine letzte Einreise (immerhin die Vierte!!!) als Erste deklarieren. Vielen Dank auch. Aber ich hätte einen Fernseher dabei. Und der unterliegt leider immer der Versteuerung. Wie groß er denn sei. 20 Zoll meine Antwort. Okay, dann wären 53 USD an Zoll zu zahlen. Wofür bitte sehr? Der Fernseher geht auch wieder mit mir nach Hause. Egal, zahlen musste. Dann zum zweiten Offiziellen eine Unterschrift abholen, dann in eine andere Halle, die Ware inspizieren. Auch hier waren die Zöllner diesmal sehr genau. Bei letzten Mal haben die nichts ausgepackt, jetzt alles.
Auf der Packliste stand ja auch eine Bärenlampe (Bear light in englisch). Das klang zu sehr nach Bier light (Beer light in englisch) und musste genauer untersucht werden. War dann aber nur ’ne Lampe.
Aber der Fernseher (320 EUR Originalpreis in der Metro) hatte es in sich. Leider handelte es sich ja um einen LCD Fernseher. Das hatte ich ja wohlweislich verschwiegen als man mich nach der Größe gefragt hatte. Bei dieser Art und dieser Größe von Fernseher lag der Zoll nämlich jetzt bei 225 USD. How nice!!!
Die 25% Rabatt, die man mir auf Grund des Alters und des Gebrauchs meines Fernsehers einräumte, haben die Sache auch nicht retten können. Ich musste satte 168 USD an Zoll bezahlen.
Jetzt weiß ich, dass du alle persönlichen Haushaltsgegenstände nach Pakistan importieren kannst, nur keinen Kühlschrank, keine Klimaanlage, keine Mikrowelle und KEINEN FERNSEHER!!!
3 Stunden vergangen, zig mal hin und her gelaufen. Ich wollte nur noch bezahlen und meine Sachen nach Hause bringen. Zahlen geht hier nicht. Muss bei der Bank gemacht werden. Die befindet sich außerhalb der Zollabfertigung Gott sei Dank nicht allzu weit entfernt. Und entgegen aller Erwartungen war sie auch geöffnet. Immerhin hatten wir zu diesem Zeitpunkt Samstag nach 12 Uhr mittags. Bezahlen, warten, wieder zur Zollabfertigung. Auf dem Weg noch schnell eine andere Steuer bezahlt, weil ohne den Wisch, den man hier bekommt kriegt man die Sachen nicht vom Flughafengelände.
Dann endlich nach über vier Stunden gegen viertel nach eins zurück zur Import Halle, in der meine Sachen auf mich warteten.
Geschlossen!!! Aber warum? Ist doch Ramadan. Wer braucht da eine Mittagspause?
Nein, aber die mussten doch zum Beten. Arghhhhh…
Ich sollte bis 2 Uhr warten. Hatte ich aber keine Lust dazu. Also bin ich wütend ohne meine Sachen abgehauen, was den Zollagenten richtig ins Schwitzen gebracht hat. Ich habe nämlich keinen Zeitpunkt genannt, wann ich wieder kommen wollte.
Nach zwei habe ich dann noch mal meinen Fahrer hingeschickt und der hat den Rest erledigt.
Und meine Kollegen von der Importabteilung behaupten die Abwicklung war weitestgehend problemlos und schnell. Na dann Prost…
Sonntag, 30. September 2007
Samstag, 22. September 2007
Wochenende in Dubai
Letzte Woche kam ich Freitag pünktlich am Flughafen in Lahore an um nach Deutschland zu fliegen. Ich fühlte mich gar nicht gut, mein Magen-Darm-Trakt hatte irgendwas falsch verstanden und ich wusste bis kurz vorher gar nicht ob ich überhaupt reisen konnte. Und dann hatte der Flieger fast drei Stunden Verspätung!!! „Normale“ Abflugzeit war 3.30 Uhr morgens früh, geflogen sind wir dann kurz nach 6 Uhr, weil der Flieger erst so spät nach Lahore kam.
Und da es schon wieder hell wurde mussten noch im Flughafen Lunchpakete an die Muslimen verteilt werden, hatte doch just an diesem Freitag der Fastenmonat Ramadan begonnen und mit Sonnenaufgang sollte ja dann das Essen, Trinken und Rauchen bis Sonnenuntergang eingestellt werden.
Später im Flieger habe ich allerdings nicht bemerkt, dass die Muslimen kein Essen mehr haben wollten. Die haben wie immer gegessen und auch Alkohol getrunken. Ja ja, sobald sie das eigene Land verlassen haben ist das Ganze wohl nicht mehr so wichtig.
In Dubai musste ich dann schon etwas schnelleren Schrittes zu meinem Anschlussflug gehen. Die drei Stunden Aufenthalt waren ja schon durch die Verspätung fast aufgebraucht. Und natürlich flog ich von Gate 50 ab. Dazu muss man wissen, das Dubai Airport Terminal 1 nur 50 Gates hat. Also rennen bis zum A…. der Welt.
In Düsseldorf angekommen habe ich dann gar nicht lange am Gepäckband gewartet. Dachte mir schon, dass meine Koffer es nicht geschafft hatten. Auf Nachfrage wurde bestätigt, sie standen noch in Dubai und würden wohl erst Samstag in Düsseldorf eintreffen. Egal, einmal mehr die Schlepperei gespart.
Leider kamen sie aber auch Samstag nicht, bzw. sollten geliefert werden, als ich bereits den lauen Spätsommerabend auf dem Leichlingen Stadtfest genießen wollte. Also dann Sonntagmorgen.
Sie kamen auch, aber der große Alukoffer hatte eine Rolle verloren und im kleinen Beautycase war meine Zahnspange mitten durchgebrochen. Was haben die bitte mit meinem Gepäck gemacht? Emirates hat sich aber schnell gekümmert, den Koffer per Kurier abholen, in Frankfurt reparieren und wieder per Kurier liefern lassen. Donnerstagabend war er wieder da.
Für die Rückreise hatte ich mir überlegt Freitag nur bis Dubai zu fliegen. Dann zwei Nächte in Dubai zu bleiben und erst Sonntagabend nach Lahore weiter zu fliegen. Den Flug nach Dubai hatte ich glücklicherweise noch mit meinen gesammelten Meilen auf Business Class upgraden lassen. Zum Glück kann ich nur sagen. Erst einmal beinhaltet der Business Class Flug auch einen Shuttle Service zum Flughafen wenn man nicht mehr als 40 km entfernt wohnt. Das klappt ja mit Solingen Ohligs noch so gerade. Ich wurde mit einem schönen 5er BMW der Firma Sixt abgeholt und nett nach Düsseldorf chauffiert. Am Flughafen war die Hölle los. Ich bin ja nicht mehr so gut informiert, aber es schien mir, dass die Herbstferien angefangen haben. So lange Schlangen habe ich am Security Check selten gesehen. Die standen schon fast durch die gesamte Abflughalle B.
Und jetzt bin ich in Dubai. Ich hatte übers Internet das „Le Meridien Dubai“ gebucht. Es liegt ganz nahe dem Flughafen, ist aber trotzdem nicht laut. Die Poollandschaft (drei verschiedene Pools) kann sich sehen lassen, der Service und das Essen sind ausgezeichnet. Ich kann es nur jedem wärmstens empfehlen, der ebenfalls mal ein paar Tage hier ausspannen will.
Morgen Abend geht es dann weiter nach Lahore.
Und da es schon wieder hell wurde mussten noch im Flughafen Lunchpakete an die Muslimen verteilt werden, hatte doch just an diesem Freitag der Fastenmonat Ramadan begonnen und mit Sonnenaufgang sollte ja dann das Essen, Trinken und Rauchen bis Sonnenuntergang eingestellt werden.
Später im Flieger habe ich allerdings nicht bemerkt, dass die Muslimen kein Essen mehr haben wollten. Die haben wie immer gegessen und auch Alkohol getrunken. Ja ja, sobald sie das eigene Land verlassen haben ist das Ganze wohl nicht mehr so wichtig.
In Dubai musste ich dann schon etwas schnelleren Schrittes zu meinem Anschlussflug gehen. Die drei Stunden Aufenthalt waren ja schon durch die Verspätung fast aufgebraucht. Und natürlich flog ich von Gate 50 ab. Dazu muss man wissen, das Dubai Airport Terminal 1 nur 50 Gates hat. Also rennen bis zum A…. der Welt.
In Düsseldorf angekommen habe ich dann gar nicht lange am Gepäckband gewartet. Dachte mir schon, dass meine Koffer es nicht geschafft hatten. Auf Nachfrage wurde bestätigt, sie standen noch in Dubai und würden wohl erst Samstag in Düsseldorf eintreffen. Egal, einmal mehr die Schlepperei gespart.
Leider kamen sie aber auch Samstag nicht, bzw. sollten geliefert werden, als ich bereits den lauen Spätsommerabend auf dem Leichlingen Stadtfest genießen wollte. Also dann Sonntagmorgen.
Sie kamen auch, aber der große Alukoffer hatte eine Rolle verloren und im kleinen Beautycase war meine Zahnspange mitten durchgebrochen. Was haben die bitte mit meinem Gepäck gemacht? Emirates hat sich aber schnell gekümmert, den Koffer per Kurier abholen, in Frankfurt reparieren und wieder per Kurier liefern lassen. Donnerstagabend war er wieder da.
Für die Rückreise hatte ich mir überlegt Freitag nur bis Dubai zu fliegen. Dann zwei Nächte in Dubai zu bleiben und erst Sonntagabend nach Lahore weiter zu fliegen. Den Flug nach Dubai hatte ich glücklicherweise noch mit meinen gesammelten Meilen auf Business Class upgraden lassen. Zum Glück kann ich nur sagen. Erst einmal beinhaltet der Business Class Flug auch einen Shuttle Service zum Flughafen wenn man nicht mehr als 40 km entfernt wohnt. Das klappt ja mit Solingen Ohligs noch so gerade. Ich wurde mit einem schönen 5er BMW der Firma Sixt abgeholt und nett nach Düsseldorf chauffiert. Am Flughafen war die Hölle los. Ich bin ja nicht mehr so gut informiert, aber es schien mir, dass die Herbstferien angefangen haben. So lange Schlangen habe ich am Security Check selten gesehen. Die standen schon fast durch die gesamte Abflughalle B.
Und jetzt bin ich in Dubai. Ich hatte übers Internet das „Le Meridien Dubai“ gebucht. Es liegt ganz nahe dem Flughafen, ist aber trotzdem nicht laut. Die Poollandschaft (drei verschiedene Pools) kann sich sehen lassen, der Service und das Essen sind ausgezeichnet. Ich kann es nur jedem wärmstens empfehlen, der ebenfalls mal ein paar Tage hier ausspannen will.
Morgen Abend geht es dann weiter nach Lahore.
Sonntag, 9. September 2007
Pakistanischer Führerschein
Zwar habe ich hier einen Fahrer und diesen Service genieße ich auch sehr, aber immer ist er halt nicht greifbar und ich fahre kurze Strecken auch mal selber.
Keiner, noch nicht einmal die Polizei, ist sich sicher, ob ich hier mit einem internationalen Führerschein fahren darf oder nicht.
Also habe ich kurzerhand einen pakistanischen Führerschein beantragt. War eigentlich ganz einfach. Viele Türen werden einem hier einfach geöffnet, weil man eine Frau ist.
Ich musste ca. 50 EUR bezahlen, aber soviel kostet unser deutscher Scheckkartenführerschein ja auch schon fast. Dann noch an einem Tag im Amt (zwecks Foto) vorsprechen und fertig ist der kleine Schein.
Na ja, nicht ganz. Erst war beim fotografieren mal wieder der Strom weg und ich musste mit 30 schwitzenden Männern in einem Raum warten. Aber dann wurde ich großzügig vor gelassen und musste nicht warten bis ich an der Reihe war.
Foto gemacht, nun fertig? Nö, es gab keine Eingabemöglichkeit im Computersystem (ja soweit sind wir hier schon) für meine Reisepassnummer. Hier wird allgemein die NIC (National Identity Card) Nummer verwendet und ihr könnt euch vorstellen, dass diese ein etwas anderes Format hat als meine deutsche Reisepassnummer.
Ich habe keine Ahnung wie die das Ganze gelöst haben, aber seit heute bin ich Besitzer eines pakistanischen Führerscheins!!!
Leute, holt die Kinder rein, die Claudia hat den Führerschein.
Keiner, noch nicht einmal die Polizei, ist sich sicher, ob ich hier mit einem internationalen Führerschein fahren darf oder nicht.
Also habe ich kurzerhand einen pakistanischen Führerschein beantragt. War eigentlich ganz einfach. Viele Türen werden einem hier einfach geöffnet, weil man eine Frau ist.
Ich musste ca. 50 EUR bezahlen, aber soviel kostet unser deutscher Scheckkartenführerschein ja auch schon fast. Dann noch an einem Tag im Amt (zwecks Foto) vorsprechen und fertig ist der kleine Schein.
Na ja, nicht ganz. Erst war beim fotografieren mal wieder der Strom weg und ich musste mit 30 schwitzenden Männern in einem Raum warten. Aber dann wurde ich großzügig vor gelassen und musste nicht warten bis ich an der Reihe war.
Foto gemacht, nun fertig? Nö, es gab keine Eingabemöglichkeit im Computersystem (ja soweit sind wir hier schon) für meine Reisepassnummer. Hier wird allgemein die NIC (National Identity Card) Nummer verwendet und ihr könnt euch vorstellen, dass diese ein etwas anderes Format hat als meine deutsche Reisepassnummer.
Ich habe keine Ahnung wie die das Ganze gelöst haben, aber seit heute bin ich Besitzer eines pakistanischen Führerscheins!!!
Leute, holt die Kinder rein, die Claudia hat den Führerschein.
Samstag, 8. September 2007
Zurück aus Hongkong
Ups, da sind doch schon wieder fast zwei Wochen um seit ich das letzte Mal in meinen Blog geschrieben habe. Da wird es aber Zeit, dass ich mich mal wieder melde.
Also letzte Woche war ich mit meiner Freundin Anke in Hongkong. Wir haben meinen Arbeitskollegen und Freund Leo besucht.
Das Wetter war ganz annehmbar für September, das ist nämlich schon Regenzeit in Hongkong. Aber außer ein paar Tropfen hier und da sind wir nicht nass geworden.
Wir haben ausführlich dem Shopping gefrönt. Leider ist mir an einem Tag an dem wir voll bepackt mit Tüten auch noch auf Sightseeing Tour gegangen sind, eine Tüte abhanden gekommen. Ich habe keine Ahnung was ihr zugestoßen ist, aber am Ende der Tour war sie nicht mehr bei mir. Gott sei Dank waren keine allzu großen Wert darin. Nur ein neues Mousepad, das ich mir auf dem Peak (einem hohen Aussichtspunkt in HK) gekauft hatte.
Ich bin aber auch ein Trottel. Gestern musste ich wieder mit Plastiktüte reisen. Ich habe mir in HK ein sehr schönes Pferdebild gekauft und es war zu groß für den Koffer. Also habe ich es im Handgepäck mitgenommen. Dann war ich noch ein paar Kosmetika, was zu essen, was zu trinken einkaufen. Und dann? Dann war mal wieder die Tüte weg. Ich hatte keine Ahnung, wo ich sie gelassen hatte. Dann bin ich Geschäft für Geschäft rückwärts gelaufen. Beim dritten und letzten (war natürlich am anderen Ende des Flughafens) hatte ich Glück. Dort hatte ich die Tüte stehen gelassen. Manchmal muss man auch ein bisschen Glück haben. Gott sei Dank hatte ich vier Stunden Aufenthalt in Bangkok und genug Zeit den ganzen Weg noch einmal zurück zu laufen.
Kurz bevor in letzten Freitag geflogen bin kam noch eine Einladung zu einem Training aus Deutschland. Leider so kurzfristig, dass keiner meiner pakistanischen Kollegen noch ein Visa beantragen könnte. Also gut, ich opfere mich.
Und deshalb werde ich von Freitag (14.) bis Freitag (21. September) in Deutschland sein. Ich muss zwar arbeiten, aber vielleicht ergibt sich ja doch die Gelegenheit den einen oder anderen zu treffen. Meine deutsche Handynummer habe ich nun endgültig gegen eine pakistanische eingetauscht. Aber ihr kennt ja auch meine private Nummer. Hinterlasst einfach eine Nachricht, ich melde mich dann bei Euch.
Falls ihr übrigens mal nach Hongkong kommt und plant ins Disneyland zu gehen, tut es besser nicht. Es ist sehr klein und hat keine wirklichen Attraktionen mit Thrill. Für Familien mit kleinen Kindern sehr nett gemacht und vielleicht sind ja die Asiaten auch nicht für die Riesenachterbahn mit dreifach Looping zu haben. Für mich war es auf jeden Fall zu langweilig und es wird mich kein zweites Mal dort hin ziehen. Da lobe ich mir doch mein gutes altes Phantasialand in Brühl.
Also letzte Woche war ich mit meiner Freundin Anke in Hongkong. Wir haben meinen Arbeitskollegen und Freund Leo besucht.
Das Wetter war ganz annehmbar für September, das ist nämlich schon Regenzeit in Hongkong. Aber außer ein paar Tropfen hier und da sind wir nicht nass geworden.
Wir haben ausführlich dem Shopping gefrönt. Leider ist mir an einem Tag an dem wir voll bepackt mit Tüten auch noch auf Sightseeing Tour gegangen sind, eine Tüte abhanden gekommen. Ich habe keine Ahnung was ihr zugestoßen ist, aber am Ende der Tour war sie nicht mehr bei mir. Gott sei Dank waren keine allzu großen Wert darin. Nur ein neues Mousepad, das ich mir auf dem Peak (einem hohen Aussichtspunkt in HK) gekauft hatte.
Ich bin aber auch ein Trottel. Gestern musste ich wieder mit Plastiktüte reisen. Ich habe mir in HK ein sehr schönes Pferdebild gekauft und es war zu groß für den Koffer. Also habe ich es im Handgepäck mitgenommen. Dann war ich noch ein paar Kosmetika, was zu essen, was zu trinken einkaufen. Und dann? Dann war mal wieder die Tüte weg. Ich hatte keine Ahnung, wo ich sie gelassen hatte. Dann bin ich Geschäft für Geschäft rückwärts gelaufen. Beim dritten und letzten (war natürlich am anderen Ende des Flughafens) hatte ich Glück. Dort hatte ich die Tüte stehen gelassen. Manchmal muss man auch ein bisschen Glück haben. Gott sei Dank hatte ich vier Stunden Aufenthalt in Bangkok und genug Zeit den ganzen Weg noch einmal zurück zu laufen.
Kurz bevor in letzten Freitag geflogen bin kam noch eine Einladung zu einem Training aus Deutschland. Leider so kurzfristig, dass keiner meiner pakistanischen Kollegen noch ein Visa beantragen könnte. Also gut, ich opfere mich.
Und deshalb werde ich von Freitag (14.) bis Freitag (21. September) in Deutschland sein. Ich muss zwar arbeiten, aber vielleicht ergibt sich ja doch die Gelegenheit den einen oder anderen zu treffen. Meine deutsche Handynummer habe ich nun endgültig gegen eine pakistanische eingetauscht. Aber ihr kennt ja auch meine private Nummer. Hinterlasst einfach eine Nachricht, ich melde mich dann bei Euch.
Falls ihr übrigens mal nach Hongkong kommt und plant ins Disneyland zu gehen, tut es besser nicht. Es ist sehr klein und hat keine wirklichen Attraktionen mit Thrill. Für Familien mit kleinen Kindern sehr nett gemacht und vielleicht sind ja die Asiaten auch nicht für die Riesenachterbahn mit dreifach Looping zu haben. Für mich war es auf jeden Fall zu langweilig und es wird mich kein zweites Mal dort hin ziehen. Da lobe ich mir doch mein gutes altes Phantasialand in Brühl.
Sonntag, 26. August 2007
Einladung zum Abendessen
Gestern Abend bin ich pünktlich um 18.00 Uhr bei meinem Kollegen und seiner Familie zum Abendessen eingetroffen. Sie waren von mir vorgewarnt, dass ich Deutsche bin und zur angegebenen Zeit auch erscheinen werde. Pakistani kommen ja meist zwischen ein und zwei Stunden später zu offiziellen Einladungen. Ich hatte noch Blumen und Süßigkeiten besorgt. Das bringt man hier zu Einladungen mit, habe ich mir sagen lassen. Die obligatorische Flasche Schnaps oder Wein als Mitbringsel fällt ja hier nun mal aus. Grins.
Zuerst gab es Orangensaft und kleine Kanapees. Mein Kollege war früher Major in der pakistanischen Armee und er lebt ein einem Viertel in dem nur Offiziere oder ehemalige Offiziere der Armee leben. Seine Familie ist über die ganze Welt verstreut. Er hat Verwandte in Norwegen, Kanada und Australien. Sein Schwiegervater ist Anwalt. Er hat damals am Fall Bhutto mitgearbeitet. Zulfikar Bhutto war bis zu seiner Inhaftierung Präsident von Pakistan. Er wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet. Mujtaba’s Schwiegervater hat zwei Bücher über den Fall geschrieben und ich habe sie gestern beide mit einer persönlichen Widmung von ihm geschenkt bekommen.
Wir haben uns über alle möglichen Themen unterhalten. Zum Beispiel, dass es immer noch viel zu viel ungebildete Menschen in Pakistan gibt. Gestern zum Beispiel hat uns beim Reiten ein Mann auf einem Motorrad überholt. Auf seinem Sitz hinter ihm lag quer ein totes Kalb. Etwas später haben wir ihn mit den Pferden überholt, als er am Straßenrand das tote Kalb gehäutet hat. Noch etwas später, wir waren auf unserem Rückweg, kam uns dann der Leichnam des Kalbs im Wasser des Kanals entgegen geschwommen. Und im gleichen Kanal wird Wäsche gewaschen und gebadet. Das kann ja nicht funktionieren.
Gegen halb neun gab es dann Essen. Wir waren fünf Personen. Aber gekocht war für mindestens 20. Es gab sage und schreibe 6 verschiedene Gerichte mit drei verschiedenen Brotsorten und noch so diverse Beilagen. Ich konnte kaum alles probieren. Dann noch die obligatorischen frischen Mango zum Dessert. Und eine halbe Stunde später zum Kaffee noch ein köstliches Eis. Ich konnte mich kaum noch bewegen.
Als wir gerade mit dem Essen fertig waren fiel mal wieder der Strom aus. Und ich konnte einmal erleben, was es heißt keinen Generator zu haben. Der Strom war ca. für 30 Minuten weg und nach 10 Minuten wurde es doch lecker warm in der Bude.
Und die Klimaanlage, die vorher lief hatte es nicht geschafft das Zimmer wirklich zu kühlen.
Bevor ich zum Schluss gehen konnte musste ich noch ein Bronzepferd (weil ich ja Pferde so mag) und eine Tagesdecke für mein Bett als Geschenk annehmen. Und vom Essen wurde auch noch reichlich mitgegeben. Ich glaube die nächste Woche brauche ich nicht kochen.
Ich habe dann aber glücklicherweise noch erfahren, dass ihr Sohn heute Geburtstag hat. Und dass er gerne Playstation spielt. Also werde ich gleich noch einmal losziehen und ein neues Spiel für ihn besorgen. Hoffentlich finde ich das richtige. Er meinte er steht auf Action Spiele.
Zuerst gab es Orangensaft und kleine Kanapees. Mein Kollege war früher Major in der pakistanischen Armee und er lebt ein einem Viertel in dem nur Offiziere oder ehemalige Offiziere der Armee leben. Seine Familie ist über die ganze Welt verstreut. Er hat Verwandte in Norwegen, Kanada und Australien. Sein Schwiegervater ist Anwalt. Er hat damals am Fall Bhutto mitgearbeitet. Zulfikar Bhutto war bis zu seiner Inhaftierung Präsident von Pakistan. Er wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet. Mujtaba’s Schwiegervater hat zwei Bücher über den Fall geschrieben und ich habe sie gestern beide mit einer persönlichen Widmung von ihm geschenkt bekommen.
Wir haben uns über alle möglichen Themen unterhalten. Zum Beispiel, dass es immer noch viel zu viel ungebildete Menschen in Pakistan gibt. Gestern zum Beispiel hat uns beim Reiten ein Mann auf einem Motorrad überholt. Auf seinem Sitz hinter ihm lag quer ein totes Kalb. Etwas später haben wir ihn mit den Pferden überholt, als er am Straßenrand das tote Kalb gehäutet hat. Noch etwas später, wir waren auf unserem Rückweg, kam uns dann der Leichnam des Kalbs im Wasser des Kanals entgegen geschwommen. Und im gleichen Kanal wird Wäsche gewaschen und gebadet. Das kann ja nicht funktionieren.
Gegen halb neun gab es dann Essen. Wir waren fünf Personen. Aber gekocht war für mindestens 20. Es gab sage und schreibe 6 verschiedene Gerichte mit drei verschiedenen Brotsorten und noch so diverse Beilagen. Ich konnte kaum alles probieren. Dann noch die obligatorischen frischen Mango zum Dessert. Und eine halbe Stunde später zum Kaffee noch ein köstliches Eis. Ich konnte mich kaum noch bewegen.
Als wir gerade mit dem Essen fertig waren fiel mal wieder der Strom aus. Und ich konnte einmal erleben, was es heißt keinen Generator zu haben. Der Strom war ca. für 30 Minuten weg und nach 10 Minuten wurde es doch lecker warm in der Bude.
Und die Klimaanlage, die vorher lief hatte es nicht geschafft das Zimmer wirklich zu kühlen.
Bevor ich zum Schluss gehen konnte musste ich noch ein Bronzepferd (weil ich ja Pferde so mag) und eine Tagesdecke für mein Bett als Geschenk annehmen. Und vom Essen wurde auch noch reichlich mitgegeben. Ich glaube die nächste Woche brauche ich nicht kochen.
Ich habe dann aber glücklicherweise noch erfahren, dass ihr Sohn heute Geburtstag hat. Und dass er gerne Playstation spielt. Also werde ich gleich noch einmal losziehen und ein neues Spiel für ihn besorgen. Hoffentlich finde ich das richtige. Er meinte er steht auf Action Spiele.
Freitag, 24. August 2007
Bombenanschlag war nur eine Ente
Diese Woche am Mittwoch waren wir mit ein paar Kollegen aus Deutschland, Ungarn und Bulgarien etwas außerhalb von Lahore essen. Auf einmal kam eine SMS, die mir mitteilte, dass es an einem zentralen Punkt in Lahore einen Bombenanschlag gegeben hat. Also wir alle brav zu Hause in Europa angerufen und mitgeteilt, dass es uns gut geht. Später stellte sich dann heraus, dass der vermeintliche Bombenschlag nur eine undichte Gasleitung war. Und was lernen wir daraus? Glaube keiner SMS bevor sie nicht von dritter Seite bestätigt wurde.
Langsam rückt unsere erste Markteröffnung in immer greifbarere Nähe. Wir werden alle immer nervöser und die Arbeit nimmt natürlich auch zu. So vieles soll noch vor dem großen Tag fertig werden. Gestern war auch schon die Grundsteinlegung für unseren zweiten Markt in Islamabad. Auch dort gehen die Bauarbeiten zügig voran und wir planen auch dort noch vor Jahresende die Tore für unsere Kundschaft zu öffnen.
Gut Nachrichten auch von der Reisefront. Lufthansa wird nach über 10 Jahren Pause im Oktober den Flugverkehr mit Pakistan wieder aufnehmen. Dreimal wöchentlich geht es dann von Frankfurt über Karachi nach Lahore und wieder zurück nach Frankfurt. Ich habe dieses Angebot mal direkt genutzt und werde am 30. November mit Lufthansa nach Hause kommen. Dieser Flug gibt mir auch die Möglichkeit ein wenig länger zu bleiben. Mit Emirates hätte ich schon Freitag Mittag wieder fliegen müssen, mit Lufthansa geht es erst Sonntag am frühen Morgen zurück. Also ihr könnt euch schon mal auf mich freuen.
Nächstes Wochenende fliege ich noch einmal für eine Woche nach Hongkong. Meine Freundin Anke aus Düsseldorf kommt auch und wir werden uns bei meinem Kollegen und Freund Leobert einquartieren. So lässt sich billig Urlaub machen. Bleib mehr Geld zum Shoppen. Blöd nur, dass es immer diese leidige 20 kg Beschränkung für das Gepäck gibt.
Meine Wohnung nimmt mittlerweile auch immer mehr Gestalt an. Eins der leeren Zimmer hat nun ein Gästebett bekommen. Es fehlen noch die Nachtische und Lampen, aber das kann nicht mehr allzu lange dauern. Und dann kann der Besuch kommen. Habt ihr etwas schon euren nächsten Urlaub geplant?
Morgen Abend bin ich bei einem Kollegen zum Essen eingeladen. Als ich das letzte Mal aus Hongkong zurückgekommen bin habe ich ihn und seine Frau in Bangkok am Flughafen getroffen. Wir waren auf die gleiche Maschine nach Lahore gebucht. Und wir haben uns so gut unterhalten, dass ich nun zum Abendessen eingeladen wurde. Zuerst haben wir nur wage über einen Samstag gesprochen, aber nachdem ich mich nicht gemeldet habe hat seine Frau mich selbst angerufen um zu fragen, wann ich denn nun endlich vorbei kommen würde. Also gut, Samstag ist es soweit.
Ich werde weiteres berichten.
Langsam rückt unsere erste Markteröffnung in immer greifbarere Nähe. Wir werden alle immer nervöser und die Arbeit nimmt natürlich auch zu. So vieles soll noch vor dem großen Tag fertig werden. Gestern war auch schon die Grundsteinlegung für unseren zweiten Markt in Islamabad. Auch dort gehen die Bauarbeiten zügig voran und wir planen auch dort noch vor Jahresende die Tore für unsere Kundschaft zu öffnen.
Gut Nachrichten auch von der Reisefront. Lufthansa wird nach über 10 Jahren Pause im Oktober den Flugverkehr mit Pakistan wieder aufnehmen. Dreimal wöchentlich geht es dann von Frankfurt über Karachi nach Lahore und wieder zurück nach Frankfurt. Ich habe dieses Angebot mal direkt genutzt und werde am 30. November mit Lufthansa nach Hause kommen. Dieser Flug gibt mir auch die Möglichkeit ein wenig länger zu bleiben. Mit Emirates hätte ich schon Freitag Mittag wieder fliegen müssen, mit Lufthansa geht es erst Sonntag am frühen Morgen zurück. Also ihr könnt euch schon mal auf mich freuen.
Nächstes Wochenende fliege ich noch einmal für eine Woche nach Hongkong. Meine Freundin Anke aus Düsseldorf kommt auch und wir werden uns bei meinem Kollegen und Freund Leobert einquartieren. So lässt sich billig Urlaub machen. Bleib mehr Geld zum Shoppen. Blöd nur, dass es immer diese leidige 20 kg Beschränkung für das Gepäck gibt.
Meine Wohnung nimmt mittlerweile auch immer mehr Gestalt an. Eins der leeren Zimmer hat nun ein Gästebett bekommen. Es fehlen noch die Nachtische und Lampen, aber das kann nicht mehr allzu lange dauern. Und dann kann der Besuch kommen. Habt ihr etwas schon euren nächsten Urlaub geplant?
Morgen Abend bin ich bei einem Kollegen zum Essen eingeladen. Als ich das letzte Mal aus Hongkong zurückgekommen bin habe ich ihn und seine Frau in Bangkok am Flughafen getroffen. Wir waren auf die gleiche Maschine nach Lahore gebucht. Und wir haben uns so gut unterhalten, dass ich nun zum Abendessen eingeladen wurde. Zuerst haben wir nur wage über einen Samstag gesprochen, aber nachdem ich mich nicht gemeldet habe hat seine Frau mich selbst angerufen um zu fragen, wann ich denn nun endlich vorbei kommen würde. Also gut, Samstag ist es soweit.
Ich werde weiteres berichten.
Samstag, 18. August 2007
Kaufe ein Buch
„Kaufe ein Buch“ hieß die Mission. Hervorgerufen von meinem zukünftigen Urdu-Lehrer, der mich ausschickte ein Buch zu kaufen, dass hier auch in der Grundschule benutzt wird um den Kindern Urdu beizubringen. Diese Art von Schulbüchern gibt es natürlich nicht in einem normalen Buchladen. Nein, wir mussten aus Lahore raus in einen Randbezirk fahren. Und ich hatte die geniale Idee, das Freitag nach der Arbeit zu tun. Wir also gegen sieben Uhr abends los. Dort angekommen haben wir immer noch nach einer Art „Geschäft“ auf der Hauptstrasse gesucht. Nachdem wir diese so circa dreimal auf und ab gefahren, genauestens untersucht und mindestens 10 Leute nach dem Weg gefragt hatten, fiel auch noch der Strom aus. Jetzt konnte man die Geschäfte gar nicht mehr von der Straße aus erkennen. Machte aber nichts aus, wir mussten sowieso in eine Nebenstraße und von dieser noch einmal in eine Nebenstraße und so weiter. Ich glaube hier war schon seit geraumer Zeit kein normaler PKW mehr lang gefahren. Gott sei Dank war es trocken, sonst wären wir im kniehohen Morast stecken geblieben. So war die Straße nur etwas „unwegsam“. Dann noch ein letztes Mal gefragt und wir standen schon direkt vor dem Haus. Aber wie gesagt gab es zu dieser Zeit keinen Strom und es war auch ein normales Haus, kein Geschäft. Dann stellte sich heraus, dass zurzeit noch Ferien sind und wir außerhalb der Öffnungszeiten (ein Wunder dass man hier dieses Wort überhaupt kennt) kamen. Man hat uns natürlich trotzdem herein gelassen, immerhin bin ich ja ein interessanter Ausländer, aber helfen konnte man uns nicht.
Auf dem Rückweg sind wir dann so richtig im Verkehr stecken geblieben. Mein Fahrer meinte, dass Präsident Musharraf in Lahore sei und deshalb könnten die Straßen zeitweise gesperrt werden, wenn er sich mit seiner Wagenkolonne bewegen will. Gegen halb neun waren wir dann endlich im internationalen Club (ohne Buch). Aber ich hatte mal wieder ein schönes Abenteuer bestanden.
Auf dem Rückweg sind wir dann so richtig im Verkehr stecken geblieben. Mein Fahrer meinte, dass Präsident Musharraf in Lahore sei und deshalb könnten die Straßen zeitweise gesperrt werden, wenn er sich mit seiner Wagenkolonne bewegen will. Gegen halb neun waren wir dann endlich im internationalen Club (ohne Buch). Aber ich hatte mal wieder ein schönes Abenteuer bestanden.
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