Über das Wochenende waren wir also in Murree.
Murree liegt ca. 400 km von Lahore entfernt am Fuße des Himalajas.
400 km, das bedeutet hier mindestens 6 Stunden Autofahrt. Und die waren es dann auch. Wir wollten eigentlich schon morgens um 10.00 Uhr los, aber wie das in Pakistan so immer ist, gefahren sind wir erst um 12.00 Uhr.
Die Fahrt war lang und heiß. Und dann fing auch noch das Auto an Mucken zu machen. Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass die meistens Autos hier mit Gas und Benzin gleichzeitig gefahren werden. Das heißt, Benzin wir nur beim Starten verwandt, danach dann auf Gas umgestellt. Das bedeutet aber auch, dass man alle 100 km anhalten muss um den Gastank wieder zu füllen. Also hatte ich die Idee, doch komplett auf Benzin zu fahren. Das ist zwar etwas teurer, aber bei den Preisen hier immer noch erträglich. Allerdings muckte das Auto jedes Mal, wenn auf Benzin umgestellt wurde. Frau Au sprach natürlich mal wieder ganz spontan, das kann ja nur der Benzinfilter sein. Okay, nächste Möglichkeit sind wir in eine Werkstatt gefahren. Die gibt es überall rechts und links der Straße. Diagnose: Benzinfilter. Und schon hatte ich sie wieder tief beeindruckt. Hihihi….
Dann nach 7 Stunden sind wir endlich in Murree angekommen. Ein Traum. Supertolle Luft, milde Temperaturen, wenig Staub, hohe Berge rundherum. Und das Hotel war auch nicht schlecht. Mein Zimmer war eine Suite mit Wohn- und Schlafraum plus Balkon. Sogar 2 Fernseher gab es, wobei nur einer lief. Wir haben dann noch nett zusammen gegessen und den milden Abend genossen.
Am Sonntagmorgen ging es dann nach einem sehr üppigen Frühstück wieder zurück nach Lahore. Diesmal lief das Auto natürlich viel besser und wir waren schon nach 51/2 Stunden wieder zurück.
Abends haben wir dann noch ein Fußballturnier besucht. Verschiedene Abteilungen unserer Firma haben gegen einander gespielt. Das ganze natürlich bei Flutlicht, weil es ja tagsüber viel zu heiß ist. Auch Nicht-Spielende waren willkommen und einige hatten auch ihre Frauen und Kinder mitgebracht. Es gab zu Essen und zu trinken und es herrschte eine sehr nette Partystimmung.
Ach ja, und dann war ja da auch noch die Weltmeisterschaft im Cricket. Am Samstagabend wurde das Finale Australien gegen Sri Lanka gespielt. Mein Kollege wollte unbedingt auf Sri Lanka wetten, weil er die Australier nicht mag und die nicht gewinnen sollten. Ich habe mehrfach versucht ihm zu erklären, dass man nicht auf die Mannschaft wetten sollte, die man mag, sondern auf die, die besser spielt. Er war nicht zu überzeugen. Und so ist Australien wieder einmal Weltmeister geworden und ich um 20 Euro reicher.
Vom Gewinn muss ich allerdings morgen das gesamte Team zum Bowling und Abendessen einladen. Da reichen die 1.500 Rupien bestimmt nicht aus.