Der Tag fing damit an, dass wir auf unserem Flug nach Gilgit nur “on chance” gebucht waren. Und es wollten verdammt viele Leute fliegen. Am Ende hiess es fuer uns, keine Plätze mehr vorhanden. Was nun? Den nächsten Flug gab es erst am nächsten Morgen.
Einen Tag in Islamabad verbringen und riskieren, dass der Flug am nächsten Tag vielleicht auf Grund von schlechtem Wetter gestrichen wird? Das war uns zu blöd.
Also schnell einen Van arrangiert und los ging es per Strasse.
7 Stunden Fahrt nach Besham lagen vor uns. Und das war dann erst die halbe Strecke.
Egal, wir waren auf dem legendären Karakoram Highway unterwegs.
Der Karakoram Highway basiert auf der Jahrhunderte alten Seidenstrasse und verbindet China mit Pakistan. Der Name “Highway” ist dabei sehr schmeichelnd. Im Vergleich zu Europa kommt die Strasse vielerorts lediglich einem Feldweg gleich. Man trifft immer wieder auf Steinlawinen, die vom Berg abgegangen sind und die Strasse doch sehr in Mitleidenschaft ziehen. Hier kann nur beiseite geschafft und nicht wirklich repariert werden. Das wäre viel zu teuer und bis man fertig ist, ist schon die nächste Lawine da.
Nach einem guten Mittagessen in Islamabad ging es um zwei Uhr endlich los.
Erster Stop in Abbotabad. Das ist die Stadt (ca. 900.000 Einwohner) in der OBL von den Amerikanern aufgespürt und getötet wurde.
Der Ort wurde anschliessend direkt weiträumig abgesperrt (und ist es noch) damit all die vielen Neugierigen fern gehalten werden. Naja, muss ja auch nicht sein, dass wir mit unserem Besuch ein solches Verhalten auch noch unterstützen.
Gegen 6 Uhr waren wir in einem Ort namens Shinkiari. Dort wollte ich ein wenig Obst kaufen. Hier ist ja nicht nur Mango Saison, nein, auch Pfirsiche, Aprikosen und Pflaumen gibt es zu kaufen. Mein bisschen Urdu fasziniert die Leute immer wieder und so erklärte ich dem Verkäufer, der mir eine ganze Wassermelone verkaufen wollte, ich hätte kein Messer um sie klein zu schneiden. Kein Problem, er würde das für mich machen.
Aber Wassermelone (spezielle geschnitten) im schaukelnden Auto zu essen, das grenzt doch sehr an Schweinerei.
Gegen halb 8 abends kam der Indus in Sicht. Zurzeit ist sein Wasserstand ganz okay. Die Regenzeit an eingesetzt und in den Bergen herrscht Schneeschmelze. Bisher sind noch keine Überflutungen gemeldet, aber so ein Rinnsal wie vor zwei Jahren in Skardu ist der Indus diesmal jedenfalls nicht.
Um 9 waren wir im Hotel. Noch ein schnelles Abendessen und dann ab ins Bett. Man waren wir alle geschafft. Morgen um 5 Uhr früh ist die Nacht rum und die zweite Etappe nach Fairy Meadows am Nangar Parbat wird in Angriff genommen.
Ich habe dann heute erfahren, dass das Hotel in Fairy Meadows in das wir unbedingt wollten einen vierstündigen Marsch in 5.000 Metern beinhaltet. Ups. Da habe ich wohl etwas in den Reisebeschreibungen, die ich gelesen habe übersehen.
Mir wurde allerdings ein Pferd für den Aufstieg versprochen, falls ich kollabiere. Das lässt mich dann doch aufatmen.
Ich werde davon berichten.