Am Morgen sind wir zum Bualtar Gletscher gefahren. Er liegt in der Nähe des kleinen idyllischen Örtchens Hopar. Die Menschen hier haben uns wieder sehr freundlich begrüsst und uns erzählt, dass früher täglich grosse Gruppen von Ausländern zum Gletscher kamen. Seit 2007 hat das dann schlagartig aufgehört. Zur gleichen Zeit nahmen Bombenanschläge und Terrorismus im Land immer mehr zu und die Leute fühlen sich einfach nicht mehr sicher in Pakistan. Sehr schade drum, denn der Norden Pakistans ist wirklich einzigartig auf der Welt. Aber solange die Sicherheitslage im Land nicht verbessert wird, werden wohl auch die Ausländer in grosser Zahl ausbleiben.
Die Jungs haben sich dann auf einen 2 stündigen Treck aufgemacht, um die Mitte des Gletschers zu erreichen. Das war mir zu viel Abenteuer und ich bin nur am Rand zu einem Aussichtspunkt gewandert von dem aus ich den ganzen Gletscher in Blick hatte.
Gigantisch so ein Eisbrett, dass vom Berg herab kommt und am Ende in einem rauschenden Bach endet. Von Hopar aus kann man auch den Barpu Gletscher sehen, der sich durch das Nachbartal schlängelt und dessen Wasser sich am Ende mit dem vom Bualtar Gletscher vereint.
Nachdem ich meine kurze Tour beendet hatte gab es Tee im kleinen Restaurant.
Hier hätten wir auch zu Mittag essen können, aber als die Jungs gegen 12 Uhr mittags zurück kamen war es uns einfach noch zu früh.
Wir hatten die Idee nach Attabad zu fahren. Das ist der Ort an dem im letzten Jahr die Steinlawine den Karakoram Highway (KKH) verschüttet hat, den Hunza River blockiert und so einen riesigen 20 km langen See geformt hat.
Nach einer Stunde Fahrt ins Nagar Tal konnten wir den Berg klar ausmachen von dem die Steinlawine abgegangen war. Irgendwie fehlte hier fast der halbe Berg.
Mittlerweile hat man zwar einen Durchbruch geschaffen, aber doch nur so gross, dass soviel Wasser abfliesst wie in den See rein fliesst. Damit wird der See nun auf einem bestimmten Level gehalten, aber er verschwindet nicht so einfach wieder.
Und damit ist auch der KKH immer noch unterbrochen. Und es wird wohl auch noch ein paar Jahre dauern bis eine vergleichbare Verbindung auf höherem Niveau neu gebaut wurde.
Jetzt werden alle LKW, die mit Waren von China kommen (und das sind nicht wenige) in der Nähe des Sees entladen. Dann geht die Fracht erst auf Jeeps und Traktoren mit Anhänger, die sie direkt zum Seeufer bringen. Dort wird dann auf Boote verladen und die Fahrt über den See dauert 2 Stunden. Dann wieder umladen auf Traktoren und Jeeps und später auf wartende LKW auf der anderen Seite. Ihr könnt vielleicht verstehen wie viel Berg hier runter gekommen sein muss.
Leider sind wir nur bis zur LKW Entladestelle auf der einen Seite gekommen. Die Fahrt mit dem offenen Jeep zum Seeufer über absolute Staubpiste wollten wir uns dann doch nicht antun.
Wieder zurück in Karimabad haben wir erst im Hotel zu Mittag gegessen und dann das zweite Fort besucht. Es heisst Altic Fort, ist aber nicht ganz so gross und schön wie das Baltic Fort, dass wir gestern gesehen haben.
Allerdings gehört zum Altic Fort noch ein ganzer Wohnbereich mit engen Strassen und Gassen. Zweimal abgebogen und ich hatte keine Ahnung mehr wo wir waren. Doch der Tourguide hat uns sicher durch dieses Altstadtgewimmel geführt.
Nun war es Zeit für den Sonnenuntergang am Duiker Viewpoint.
Bis zum Eagle Nest Hotel kann man mit dem Auto fahren, die letzten 100 m bergauf muss man klettern. Dafür wird man mit einer grandiosen Aussicht auf das Hunza Tal belohnt.
Noch ein Tee im Eagle Nest Hotel und dann zum Abendessen in unser kleines Hotel.
Die Nacht wird kurz, morgen geht es auf eine mindestens 9 stündige Fahrt nach Shandur zum Polo Festival.