Heute war hier ein Feiertag (Pakistantag). Das Büro blieb geschlossen und wir waren, wie bereits gestern erwähnt, von Hasnain (unserem Office Manager) eingeladen.
Also ging es um 11.oo Uhr los nach Kasur. Die Strasse sah zuerst garnicht so schlecht aus, aber als wir Lahore hinter uns gelassen hatten änderte sich das doch zusehens. Die Strasse ist noch im Bau und meistens war eine Seite gesperrt und die andere mehr eine Schotterpiste als eine richtige Strasse. Trotzdem waren wir nach 1,5 Stunden Fahrt am Ziel angekommen.
Zuerst gab es einen kleinen Empfang im Haus der Schwester. Es wurde frisch gepresster Mandarinensaft gereicht und jeder jedem vorgestellt. Fast die gesamte Familie einschliesslich Dienerschaft war erschienen um uns zu begrüßen. Danach noch ein kleiner Rundgang durch die Stadt, bei dem wir wie immer von vielen neugierigen Pakistanis begleitet wurden.
Dann ging es weiter auf die Farm. Der Familie gehört ein riesiges Gelände mit Obstbäumen etwas ausserhalb der Stadt. Es gab jede Menge Mangobäume, die allerdings noch ein bisschen reifen müssen. Mangosaison beginnt hier erst in 3 - 4 Monaten. Aber die Guaven waren schon geniessbar. Und auch noch einige andere Früchte, deren Namen ich leider nicht behalten habe, die aber alle sehr, sehr lecker schmeckten.
Mitten in dem riesigen Gelände gab es einen Tandoor-Ofen und dort wurde für uns gekocht und gegrillt. Es gab Fisch aus dem nahen Fluss, Rindfleisch, Hammel und natürlich Roti (ganz dünnes Fladenbrot), dass direkt vor Ort von den Frauen gebacken wurde. Alles hat sehr lecker geschmeckt. Gegessen wurde wie üblich mit den Fingern. Das Wetter war hervorragend. Nicht zu heiss, aber auch nicht zu kalt.
Zwischen den vielen Bäumen laufen ständig Leute herum, die laut schreien, mit einer Art Schleuder kleine Dreckklumpen in die Bäume schiessen und Schrotgewehre abfeuern um die Vögel zu vertreiben. Denn genau wie in Deutschland picken die Vögel die Früchte an und damit können sie nicht mehr zu hohem Preis verkauft werden. Hasnain hat uns gezeigt wie man mit dem Gewehr schiesst. Geoff hat es auch probiert. Ich habe es lieber gelassen, da der Rückstoß doch sehr hoch war und ich mir nicht die Schulter ausrenken wollte. Trang hat dann mal die Schleuder probiert. Allerdings nicht sehr erfolgreich. Auch den anderen Pakistanis ist es nicht gelungen einen aufgestellten Topf aus ca. 10 Meter Entfernung zu treffen. Nur der Besitzer der Schleuder hat natürlich bei jedem Schuß den Topf von der Mauer gefegt.
Als es langsam Abend wurde mussten wir uns wieder auf den Heimweg machen, da wir nicht riskieren wollten bei Nacht auf der Schotterpiste unterwegs zu sein. Und hier wird es immer so gegen sieben bis halb acht Uhr abends dunkel. Also sagten wir auf Wiedersehen und vielen Dank an unseren Hasnain und machten uns auf den Heimweg. Ich hatte noch ein paar kleine Tüten Gummibärchen mitgebracht, die dann auch von den Kindern sehr gerne genommen wurden.
Wieder zu Hause musste Annette ihre Koffer packen, denn morgen früh um 7 Uhr geht es für sie wieder zurück nach Deutschland. Eine pakistanische Kollegin aus dem Einkauf (Asma) fliegt mit dem gleichen Flug für eine Woche Training nach Düsseldorf. Also habe ich die beiden bekannt gemacht und sie werden dann morgen gemeinsam starten.
Ich werde mich morgen ein wenig meiner Wohnung widmen und noch einmal versuchen Giorgina (meiner Putzfrau) deutschen Standard beizubringen. Ihre Koch-, Back- und Bügelkünste sind kaum zu übertreffen, aber echte Sauberkeit hat sie nicht erfunden.
Wünscht mir Glück, dass es mir gelingt.